Ulrich Lehner tritt als Aufsichtsratschef bei Thyssenkrupp zurück

Nach Hiesingers Abgang : Ulrich Lehner tritt als Aufsichtsratschef bei Thyssenkrupp zurück

Nach dem überraschenden Abtritt von Heinrich Hiesinger als Vorstandschef bei Thyssenkrupp kommt der Konzern nicht zur Ruhe: Am Montagabend erklärte auch Aufsichtsratschef Ulrich Lehner seinen Rücktritt vom Posten des Aufsichstratschefs.

In einer Mitteilung des Konzerns hieß es dazu, der Rücktritt erfolge zum 31. Juli 2018. Er werde auch aus dem Aufsichtsrat ausscheiden.

„Das Vertrauen der großen Aktionäre und ein gemeinsames Verständnis im Aufsichtsrat über die strategische Ausrichtung von Thyssenkrupp waren Grundlage meiner Arbeit und Voraussetzung für mein Versprechen an Berthold Beitz, das Unternehmen im Interesse von Aktionären, Mitarbeitern und Kunden erfolgreich weiterzuentwickeln. Das ist heute nicht mehr gegeben“, schreibt Lehner. Er gehe diesen Schritt bewusst, um eine grundsätzliche Diskussion bei unseren Aktionären über die Zukunft von Thyssenkrupp zu ermöglichen. „Meine Entscheidung möge dazu beitragen, das notwendige Bewusstsein bei allen Beteiligten zu schaffen, dass eine Zerschlagung des Unternehmens und der damit verbundene Verlust von vielen Arbeitsplätzen keine Option darstellt – weder im Sinne des Stifters noch im Sinne unseres Landes“, so Lehner.

Arbeitnehmervertreter äußerten sich bestürzt über Lehners Rückzug. NRW-Bezirksleiter Knut Giesler sagte unserer Redaktion: „Der Lehner-Rücktritt ist schade, weil er für den Kurs stand, den wir unterstützen. Das muss jetzt der allerletzte Weckruf dafür sein, dass sich alle Beteiligten disziplinieren. Es geht immerhin um 39.000 Beschäftigte in NRW.“ Der Konzern komme nicht zur Ruhe, dabei sei Ruhe genau das, was er jetzt so dringend benötige, so Giesler.

Der Aufsichtsrat werde über die Nachfolge Lehners einen kurzfristigen Beschluss fassen, teilte der Konzern mit.

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