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Commerzbank kauft Dresdner: Übernahme bringt Vorteile für Kunden

Commerzbank kauft Dresdner : Übernahme bringt Vorteile für Kunden

Düsseldorf (RPO). Für fast 10 Milliarden Euro kaufte die Commerzbank die Allianztochter Dresdner Bank. Dieser Zusammenschluss ist die größte innerdeutsche Bankenfusion aller Zeiten. Für Kunden könnte dies positive Folgen haben.

Experten zufolge wird der Preisverfall vieler Finanzprodukte durch die Megafusion der beiden deutschen Banken verstärkt. "Wenn sich zwei Banken zusammentun und dadurch ihre Verwaltungskosten senken, haben sie größere Spielräume für wettbewerbsfähige Konditionen", sagte der Chef des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, gegenüber "Welt Online".

Nach der Übernahme der Dresdner Bank betreut die Commerzbank rund zwölf Millionen Privatkunden. Damit kann sie Sparkassen und Genossenschaftsbanken ihre Vormachtstellung nicht streitig machen. Zwei Drittel aller Deutschen sind, laut "Welt Online", Kunden einer der 450 Sparkassen oder einer der 1200 Volks- und Raiffeisenbanken.

Der Konkurrenzkampf in der Bankenlandschaft führte dazu, dass das kostenlose Girokonto oder Festgeldkredite zur Regel wurden. Hier mischt die Commerzbank mit ihrer Tochter Comdirect ebenso mit, wie die Dresdner Bank mit ihrer Billigmarke Dresdner Direct 24.

Durch die Übernahme der Dresdner Bank verstärkt sich der Konkurrenzkampf in der deutschen Bankenlandschaft noch weiter. Dies könnte sich positiv für die Kunden auswirken, da Finanzprodukte dadurch noch günstiger werden könnten.

Nachteilig könnte jedoch sein, dass eine Verkleinerung des Filialnetzes der beiden fusionierten Banken geplant ist. Laut Allianz soll es künftig insgesamt 1200 Filialen geben. Gegenwärtig verfügt die Commerzbank über knapp 750 Zweigstellen in Deutschland, bei der Dresdner Bank sind es 1080. Damit würden mehr als 600 Filialen wegfallen.

Gegenüber "Welt Online" wies IW-Chef Hüther darauf hin, dass die Commerzbank durch die Übernahme zusätzliche Kunden gewinnt, wodurch sich auch Filialen in Ländlichen Regionen wieder eher lohnen würden.

Am Sonntagabend hatten die Konzerne die spektakuläre Fusion bekanntgegeben. Der Zusammenschluss zählt zu den größten Hochzeiten unter Finanzkonzernen in der deutschen Wirtschaftsgeschichte. 2001 hatte die Allianz die Dresdner Bank für fast 24 Milliarden Euro gekauft, jetzt gibt sie die Tochter für weit weniger als die Hälfte an die Commerzbank ab, wird aber größter Aktionär der neuen Bank. Im Zuge der Fusion sollen mehr als 13 Prozent der insgesamt 67.000 Stellen beider Banken sozialverträglich abgebaut werden.

Laut Commerzbank sollen 6.500 Stellen in Deutschland wegfallen, 2.500 im Ausland. Rund 70 Prozent des geplanten Stellenabbaus entfalle auf "Abwicklungs-, Steuerungs- und Produktionseinheiten sowie das Investmentbanking", teilte die Commerzbank mit. Die Gewerkschaft Verdi erklärte, der Commerzbank-Vorstand habe betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2011 ausgeschlossen.