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Beihilfe zur Steuerhinterziehung: UBS kauft sich mit 300-Millionen-Euro-Zahlung an Deutschland frei

Beihilfe zur Steuerhinterziehung : UBS kauft sich mit 300-Millionen-Euro-Zahlung an Deutschland frei

Geldsegen für den deutschen Fiskus: Die Schweizer Großbank UBS hat mit den deutschen Steuerbehörden eine Zahlung von 300 Millionen Euro ausgehandelt, um einen Streit wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung beizulegen.

Wie die UBS am Dienstag in Zürich mitteilte, wurde die Vereinbarung im Laufe des Monats Juli mit der Steuerverwaltung in Bochum getroffen. Nordrhein-Westfalen hatte in den vergangenen Jahren wiederholt CDs mit Daten mutmaßlicher Steuersünder gekauft, dabei ging es auch um Milliardenbeträge in der Schweiz.

300 Millionen Euro: Das ist höchste Strafe, die ein Schweizer Geldhaus jemals in Deutschland bezahlt hat. Die Buße belastet das Ergebnis der UBS im zweiten Quartal. Trotzdem steigerte die Bank den Gewinn um 15 Prozent auf 792 Millionen Franken und schnitt damit etwas ab als von Analysten erwartet. Im Vorjahresquartal hatten Altlasten noch stärker zu Buche geschlagen.

Die UBS hat im zweiten Quartal von ihrem radikalen Konzernumbau, dem Sparkurs und geringeren Kosten für Rechtsstreitigkeiten profitiert. Das operative Geschäft war dagegen wegen der Zurückhaltung der Kunden eher mau - die Bank verdiente in allen Sparten vor Steuern und Sondereffekten weniger als vor einem Jahr. Da aber die Aufwendungen für den Konzernumbau und juristische Streitigkeiten deutlich gesunken sind, verdiente die UBS mehr. Der Überschuss sei um 16 Prozent auf 792 Millionen Franken gestiegen, teilte die Bank am Dienstag in Zürich mit. Wegen der Unsicherheiten an den Märkten und den derzeitigen politischen Krisen bleibt UBS-Chef Sergio Ermotti vorsichtig. Sollten sich die Rahmenbedingungen nicht bessern, seien Ergebnisverbesserungen unwahrscheinlich.

(DEU)