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Verkauf der Automobilsparte: ThyssenKrupp von Düsseldorf nach Essen

Verkauf der Automobilsparte : ThyssenKrupp von Düsseldorf nach Essen

Düsseldorf (RP). Der Düsseldorfer Traditionskonzern ThyssenKrupp wird seine Verwaltungszentrale nach Essen verlegen. Das erfuhr die Rheinische Post aus Unternehmenskreisen. Vom Umzug betroffen sind 1.400 Mitarbeiter, die künftig statt am Rhein an der Ruhr arbeiten werden. Außerdem soll offenbar die Automobilsparte verkauft werden.

Neben der Verwaltungszentrale werden auch die Sparten Services (Dienstleistungen) und Elevators (Aufzüge) Düsseldorf verlassen. Der Landeshauptstadt entgehen damit Gewerbesteuereinnahmen in Millionenhöhe. Seinen juristischen Sitz hat der 1999 fusionierte Konzern in Essen und Duisburg. "Der Konzern sieht das Ruhrgebiet als seine Heimat", hieß es in der Zentrale.

ThyssenKrupp hatte zwar kurzfristig die Landesregierung informiert, die Stadtspitze allerdings nicht. Der Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin verschaffte sich persönlich Klarheit in einem Telefonat mit dem ThyssenKrupp-Chef Ekkehard Schulz. Erwin bedauert den Umzug: "Die eine Hauptverwaltung geht, die andere kommt, so ist der Lauf der Dinge." Mit dem Umzug einher geht auch der Verkauf des legendären Drei-Scheiben-Hauses im Düsseldorfer Stadtzentrum, in dem die Holding residiert.

Der Umzugsplan steht im Zusammenhang mit einer Neuorganisation des Konzerns. So sollen die zentralen Konzerneinheiten in Duisburg (Stahl) und Essen (Verwaltung, Dienstleistungen, Autozulieferungssparte) konzentriert werden. Folglich würde auch Bochum den Sitz der Autozulieferungssparte verlieren.

Allerdings hatte der Thyssen-Konzern bereits seit Mitte der 70er Jahre seinen Verwaltungssitz im Düsseldorfer Drei-Scheiben-Haus, das als das markanteste Verwaltungsgebäude in der Landeshauptstadt gilt.

Zugleich hat der Stahl- und Industriegüterkonzern die beiden amerikanischen Investmentbanken Morgan Stanley und Greenhill beauftragt, die Sparte Autozulieferung zu verkaufen. Sie gilt mit einem Umsatz von sieben Milliarden Euro und einem Gewinn von 50 Millionen Euro als wenig rentabel und habe auch nicht die notwendige Größe, um im internationalen Wettbewerb mitzuhalten, hieß es im Unternehmen.

(alfa)