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Bilanz: ThyssenKrupp schreibt weiter rote Zahlen

Bilanz : ThyssenKrupp schreibt weiter rote Zahlen

Der Industriekonzern ThyssenKrupp ist auch zu Beginn seines neuen Geschäftsjahres nicht aus den roten Zahlen gekommen. Im Ende Dezember abgelaufenen ersten Quartal fiel - trotz operativer Verbesserungen - unter dem Strich ein Konzernverlust von 69 Millionen Euro an, wie das Unternehmen am Freitag in Essen mitteilte.

Im Auftaktquartal des Geschäftsjahres 2013/14 fuhr der Industriekonzern allerdings unter dem Strich einen Verlust von 69 Millionen Euro ein. Dazu trugen vor allem Wertberichtigungen im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf der Anteile von 29,9 Prozent an dem finnischen Outokumpu-Konzern zu Buche. Vor einem Jahr lag der Fehlbetrag bei 16 Millionen Euro. Analysten hatten mit dem neuerlichen Minus gerechnet.

Problemsparte Steel Americas punktet

Im vergangenen Quartal konnte der Industriekonzern die Verluste in der Problemsparte Steel Americas unter anderem dank einer höheren Auslastung deutlich reduzieren. Auch deswegen habe sich im Gesamtkonzern der operative Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 247 Millionen Euro mehr als verdoppelt, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Damit schlug sich ThyssenKrupp besser als vom Markt erwartet. Das europäische Stahlgeschäft schwächelte hingegen.

ThyssenKruppp senkt Schulden

"Wir sind mit einem guten ersten Quartal in das neue Geschäftsjahr gestartet, ohne das wir Rückenwind von der Konjunktur hatten", sagte Vorstandschef Heinrich Hiesinger. Er bekräftigte die Prognose für das Geschäftsjahr 2013/14. Danach soll der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf rund eine Milliarde Euro nach 599 Millionen zulegen. Aus der Kennziffer sind unter anderem Beteiligungsverkäufe herausgerechnet. Mit dem US-Werk hat ThyssenKrupp eines der beiden Überseestahlwerke an ArcelorMittal und Nippon Steel verkauft. Die Transaktion, die ThyssenKrupp gut eine Milliarde Euro in die Kasse spülen soll, soll in den kommenden Monaten abgeschlossen sein. Nach einer im Internet veröffentlichten Präsentation soll der operative Gewinn im zweiten Quartal höher als im ersten ausfallen. Im zweiten Quartal des Vorjahres waren es 196 Millionen Euro gewesen.

In Übersee läuft es besser

Der operative Verlust von Steel Americas lag im Zeitraum von Oktober bis Ende Dezember bei 17 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch ein Fehlbetrag von 122 Millionen Euro in den Büchern gestanden hatte. Der Konzern profitiere von einer höheren Auslastung, Kostensenkungen und positiven Währungseffekten. Im europäischen Stahlgeschäft musste ThyssenKrupp hingegen wegen des Preisdrucks Federn lassen. Hier schmolz das Betriebsergebnis auf 19 Millionen von 30 Millionen Euro.

ThyssenKrupp hatte sich mit seinen Stahlwerken in Übersee verhoben und dadurch Milliardenverluste eingefahren. Durch den Verkauf des US-Werks für gut eine Milliarde Euro und den Einnahmen von 880 Millionen Euro aus einer Kapitalerhöhung hatte sich der Konzern zuletzt etwas Luft verschafft. Ende Dezember standen noch Schulden von 4,5 Milliarden Euro in den Büchern nach 5,0 Milliarden Euro ein Vierteljahr zuvor.

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(dpa/reu)