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Bestes Quartalsergebnis seit Sommer 2008: ThyssenKrupp erholt sich von der Krise

Bestes Quartalsergebnis seit Sommer 2008 : ThyssenKrupp erholt sich von der Krise

Essen (RPO). Der Stahlkonzern ThyssenKrupp profitiert von dem wieder steigenden Materialbedarf seiner Kunden und hat von April bis Juni bei Umsatz und Ergebnis das beste Ergebnis seit Sommer 2008 erzielt. Wie der Dax-Konzern am Freitag in Essen mitteilte, stiegen die Erlöse im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2009/10 (per Ende September) von 9,3 Milliarden im Vorjahr auf 11,7 Milliarden Euro.

Vor Steuern wurde ein Überschuss von 414 Millionen Euro verbucht, nachdem im Vorjahr noch ein Fehlbetrag von 772 Millionen Euro verzeichnet worden war. Damit übertraf ThyssenKrupp die Analystenschätzungen deutlich.

Das Unternehmen begründete das Wachstum bei Umsatz und Gewinn mit den Erfolgen der konzerninternen Sparanstrengungen sowie der konjunkturellen Erholung besonders im Automobilsektor und im Maschinenbau. Der Anstieg der Rohstoffkosten bei der Stahlproduktion sei durch höhere Verkaufspreise und eine verbesserte Auslastung vollständig kompensiert worden, hieß es. Die Edelstahlsparte schrieb dank gestiegener Preise im dritten Quartal wieder schwarze Zahlen.

Starke Auftrafslage fördert Optimismus

Dank des um 38 Prozent über dem Vorjahreswert liegenden Auftragseingangs von 10,9 Milliarden im dritten Quartal blickt ThyssenKrupp weiterhin optimistisch in die nähere Zukunft. Das Unternehmen geht nun statt von einer stabilen Umsatzentwicklung von steigenden Erlösen in diesem Geschäftsjahr aus. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern soll sich Ende September im mittleren bis höheren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich bewegen. Bislang ging der Konzern von einem niedrigen dreistelligen Millionenbetrag aus.

Nach drei Quartalen verbuchte ThyssenKrupp ein Nettoergebnis von 642 Millionen Euro. Das von der Krise geprägte vorige Geschäftsjahr hatte der Konzern mit einem Nettoverlust von 1,9 Milliarden Euro abgeschlossen, nachdem der Umsatz um ein Viertel eingebrochen war. Um gegenzusteuern, wurde ein grundlegender Umbau eingeleitet und ein strikter Sparkurs gefahren. Mittlerweile arbeiten nach Stellenabbau und Unternehmensverkäufen knapp 14 000 Menschen weniger für den Konzern als noch vor einem Jahr.

Die Analysten zeigen sich angetan von den Quartalszahlen. Bei der WestLB hieß es, die Erwartungen seien klar übertroffen worden. Die WGZ Bank sprach für die ThyssenKrupp-Aktie eine Kaufempfehlung aus. Die Anleger teilten die positive Sicht der Analysten. in einem schwachen Börsenumfeld stieg die Aktie bis 14.30 Uhr um 1,2 Prozent auf 23,08 Euro.

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(DDP/awei)