Antrag in Großbritannien gestellt The Body Shop hat Insolvenz angemeldet

Düsseldorf/London · Der Naturkosmetikhändler aus Großbritannien war schon lange ein Sorgenkind, nun musste er in London Insolvenz in Eigenverwaltung beantragen. Was das für Kundinnen und Kunden bedeutet.

 The Body Shop kennt man auch aus vielen deutschen Fußgängerzonen.

The Body Shop kennt man auch aus vielen deutschen Fußgängerzonen.

Foto: AP/Gareth Fuller

Beim Naturkosmetikhändler The Body Shop lief es schon länger nicht mehr gut: Das Unternehmen verzeichnete in den vergangenen Jahren zahlreiche verlustträchtige Quartale, bis es 2023 vom Münchener Investmentfonds Aurelius übernommen wurde. Aurelius ist dafür bekannt, vorrangig Firmen mit finanziellen Problemen aufzukaufen. Nun hat The Body Shop in London Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das teilte die vom Zwangswalter beauftragte Beratungsfirma FRP am Dienstagnachmittag mit.

Gründerin Anita Roddick bekommt all das gar nicht mehr mit. Die Tierschützerin und Menschenrechtsaktivistin hatte The Body Shop 1976 in Brighton gegründet und starb 2007 an den Folgen einer Gehirnblutung – ein Jahr, nach dem sie die Kette für 652 Millionen Pfund an L’Oréal verkauft hatte. Mit ihrem Anspruch, naturbasierte und ethisch vertretbare Inhaltsstoffe für ihre Produkte zu verwenden, keine Tierversuche zu machen, schlichte Verpackungen zum Nachfüllen anzubieten und gut mit den Lieferanten zusammenzuarbeiten, wurde das Unternehmen vom neuen Eigentümer weitergeführt. 2017 kaufte dann der Kosmetikhändler Natura Cosméticos aus Brasilien The Body Shop für eine Milliarde Euro auf – und schrieb mit der Firma herbe Verluste. 2023 übernahm Aurelius für 207 Millionen Pfund (242 Millionen Euro).

7000 Angestellte sollen laut dem Münchener Investmentfonds bei The Body Shop beschäftigt sein. Die Naturkosmetikkette mit Hauptsitz in London betreibt selbst 900 Geschäfte in 20 Ländern, weitere 1600 Filialen in 69 Ländern werden von Franchise-Unternehmern geführt – darunter auch viele in Deutschland, unter anderem in den Schadow-Arkaden in Düsseldorf oder auf der Aachener Straße in Köln. 2022 machte The Body Shop einen Umsatz von 791 Millionen Euro.

Doch was bedeutet die Insolvenz für deutsche Kundinnen und Kunden? Erst einmal bleiben die Filialen in Deutschlands Fußgängerzonen wohl bestehen. Nur die Geschäfte in Großbritannien sollen betroffen sein – dort könnte es zu Entlassungen und Ladenschließungen kommen. Die Folgen für die Zulieferer sind noch unklar, dürften aber laut der Londoner Zeitung „The Guardian“ erheblich sein.

(jma)
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