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Energiekonzern : Thyssenkrupp-Betriebsrat kritisiert Investoren

Kurz vor der geplanten Besiegelung der Stahlfusion von Thyssenkrupp und Tata sieht der Betriebsrat „noch ein paar Baustellen“. Noch offen sei etwa das abschließende Gutachten zur wirtschaftlichen Tragfähigkeit des angepeilten Gemeinschaftsunternehmens, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Stahlsparte, Tekin Nasikkol. Die Zustimmung der Arbeitnehmervertreter zu dem Vorhaben hänge in großem Maße von dem Papier ab.

Nasikkol kündigte eine kritische Prüfung des Vorhabens durch die Arbeitnehmervertreter an. „Da erwarten wir von allen Beteiligten Sorgfalt vor Schnelligkeit bei der Problemlösung“, sagte er. Das Unternehmen dürfe dabei keinen übermäßigen Druck aufbauen. Thyssenkrupp hatte angekündigt, noch im Juni eine Entscheidung über die Stahlfusion herbeiführen zu wollen.

Bei den Verhandlungen zum geplanten Zusammenschluss mit Tata zeichnet sich nach einem Medienbericht unterdessen ein Nachschlag für Thyssenkrupp ab. Der Industriekonzern könnte bei der angepeilten Gemeinschaftsfirma mit dem indischen Unternehmen mehr Aktien erhalten, als ursprünglich vereinbart, berichtete das „Manager Magazin“ vorab. Die Essener könnten so 55 Prozent statt 50 Prozent am Aktienkapital bekommen. Entsprechende Verhandlungen liefen bereits. Thyssenkrupp wollte dies auf Nachfrage nicht kommentieren.

Hintergrund für die Anteilsverschiebung soll die gesunkene Ertragskraft der Sparte Tata Steel Europe sein. Dadurch sei eine Wertlücke von 500 bis 600 Millionen Euro entstanden. Zuvor hatten mehrere Investoren und auch der Betriebsrat eine Neubewertung gefordert. Die Inder sollen daher nur 45 Prozent des Kapitals an der gemeinsamen Firma erhalten, hieß es. Bei den Stimmrechten soll es dem Bericht zufolge jedoch bei dem Gleichstand von je 50 Prozent bleiben. Deshalb könnte Thyssenkrupp das Stahlgeschäft weiter wie geplant aus der Bilanz nehmen.

Nasikkol attackierte die beiden Finanzinvestoren Elliott und Cevian scharf. In deren Kalkül kämen die Interessen der Beschäftigten überhaupt nicht vor – da gehe es ausschließlich um finanzielle Interessen, sagte der Betriebsratschef.

(dpa/rtr)
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