EU genehmigt Übernahme: Teva darf Ratiopharm schlucken

EU genehmigt Übernahme : Teva darf Ratiopharm schlucken

Brüssel/Jerusalem (RPO). Der israelische Generikahersteller Teva hat von der EU-Kommission grünes Licht für die Übernahme des deutschen Wettbewerbers Ratiopharm erhalten. Die Kommission knüpfte ihre Zustimmung allerdings an Auflagen. Sie fordert nach eigenen Angaben vom Mittwoch, dass Teva in den Niederlanden 15 Produkte und in Ungarn ein Präparat abgibt.

Teva hatte der Kommission in der Prüfphase einige begrenzte Zugeständnisse gemacht. Diese hätten jedoch nur einen marginalen Effekt auf die künftigen Aktivitäten des Unternehmens, hatte Teva Pharmaceutical Industries bereits am Dienstag mitgeteilt.

Der Kommission zufolge war der Jerusalemer Konzern bereit, bestimmte Ratiopharm-Produkte, für die die Wettbewerbshüter Bedenken geäußert hatten, sowie auch das gesamte Vertriebsgeschäft der deutschen Gesellschaft in den Niederlanden zu verkaufen. Wettbewerbsverzerrungen befürchtet die Kommission bei Mitteln zur Behandlung von Blutarmut, Bluthochdruck, Asthma sowie bei Schmerzmitteln. In Ungarn nannte sie hier speziell das Schmerzmittel Tramadol.

Teva hatte sich im März beim Bieterverfahren für Ratiopharm durchgesetzt. Für 3,6 Milliarden Euro inklusive Schulden steigt der Weltmarktführer damit auch in Europa zur Nummer eins der Hersteller von Nachahmermedikamenten auf. Ratiopharm biete "eine ideale Plattform zum Ausbau unserer Führungsposition auf europäischen Schlüsselmärkten, allen voran Deutschland, aber auch auf wachstumsstarken Märkten wie Spanien, Italien und Frankreich", hatte Teva-Vorstandschef Shlomo Yanai seinerzeit gesagt. In Europa werde man zur Nummer eins, in Deutschland zur Nummer zwei aufsteigen. Durch die Übernahmen entsteht ein Konzern mit weltweit rund 40 000 Mitarbeitern - davon 18 000 in Europa.

Verkäufer von Ratiopharm ist die VEM Vermögensverwaltung des Anfang 2009 verstorbenen Industriellen Adolf Merckle. Merckle war unter anderem wegen Fehlspekulationen mit Volkswagen-Aktien in Finanznöte geraten. Zur Schuldentilgung musste sich VEM von Ratiopharm trennen.

(DDP/born)