Bund hat kein Geld für die Verstaatlichung Stromnetz-Verkauf von Tennet an Deutschland platzt

Düsseldorf/Berlin · Das Platzen des Tennet-Deals entzweit Habeck und Lindner. Die Niederländer suchen für ihr deutsches Netz nun private Investoren. Für Verbraucher wird der Netzausbau richtig teuer.

 Tennet hatte einst das Übertragungsnetz von Eon übernommen - und will es nun wieder loswerden.

Tennet hatte einst das Übertragungsnetz von Eon übernommen - und will es nun wieder loswerden.

Foto: dpa/Christian Charisius

Den Niederländern reicht es. Ihr Energiekonzern Tennet stoppt den Verkauf seines deutschen Stromnetzes an die Bundesrepublik. Denn Deutschland hat kein Geld, um dieses wichtige Übertragungsnetz zu erwerben. Die Gespräche mit der staatlichen Förderbank KfW seien beendet worden, nachdem die Bundesregierung mitgeteilt habe, „dass sie die geplante Transaktion aufgrund von Haushaltsproblemen nicht durchführen kann“, teilte Tennet am Donnerstag mit. Tennet bereite nun einen Privatverkauf, einen Teilverkauf oder einen Börsengang von Tennet Deutschland vor, erklärte der niederländische Finanzminister Steven van Weyenburg in einem Brief an das Parlament. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck bedauert das Scheitern der Gespräche: „Ich bin darüber nicht froh“, sagte Habeck während seiner Asienreise. „Aber natürlich gibt es weitere Möglichkeiten und Wege, die man gehen kann.“ Es sei aber ärgerlich, „dass wir jetzt ein Jahr oder anderthalb Jahre verloren haben“, so der Grünen-Politiker.