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Teldafax: Packt der Ex-Chef Gernot Koch aus?

Prozess : Packt der Ex-Chef von Teldafax aus?

Im Teldafax-Prozess um Insolvenzverschleppung und Untreue steht am Montag einer der drei angeklagten Manager im Rampenlicht. Der letzte Vorstandschef des 2011 pleitegegangenen Energiediscounters könnte ein Geständnis ablegen.

Vor dem Bonner Landgericht wird der Strafprozess gegen drei ehemalige Manager des Billigstromanbieters Teldafax am Montag fortgesetzt. Mit Spannung werden die Aussagen des letzten Vorstandschefs Gernot Koch erwartet. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm und den Mitangeklagten Klaus Bath und Michael Josten Insolvenzverschleppung, Untreue und Bankrotthandlungen vor. Im Unterschied zu den beiden anderen Ex-Managern, die sich bislang nicht zu den Vorwürfen äußern, hatte Koch eine Aussage angekündigt. Als Gegenleistung für ein glaubhaftes Gestädnis hatte ihm das Gericht dafür eine Bewährungsstrafe in Aussicht gestellt. Den Beteiligten drohen hohe Haftstrafen.

Teldafax hatte 2011 Insolvenz angemeldet. Hunderttausende Kunden wurden geschädigt, weil sie Teldafax Vorauszahlungen für die Lieferung des vermeintlich günstigen Stroms geleistet hatten. Mehr als 700.000 Kunden soll Teldafax am Ende gehabt haben, obwohl Verbraucherschützer immer wieder vor dem Unternehmen warnten. Doch Teldafax gab sich einen vermeintlich seriösen Anstrich, etwa indem es als Trikotsponsor des Fußball-Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen auftrat.

Dabei konnten die günstigen Tarife, die oftmals unter den Einkaufspreisen gelegen haben sollen, nur durch immer mehr Vorauszahlungen der Kunden finanziert werden. Kritiker sprachen von einer Art Schneeballsystem. Obwohl Teldafax längst als überschuldet galt, lief das Geschäft weiter. Erst im Juni 2011 meldete die Firma Insolvenz an. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft viel zu spät. Schon 2009 soll das Unternehmen reif für die Insolvenz gewesen sein.

Beim Prozessauftakt vor einer Woche hatten Staatsanwaltschaft und Verteidigung verschiedene Anträge gestellt unter anderem auch die Einstellung des Verfahren wegen Formfehler. Darüber wollte das Gericht am Montag entscheiden. Beobachter rechnen nicht mit einem schnellen Ende des Verfahrens. Das Gericht hat bis zum Jahresende Sitzungen terminiert. Ob es in dem spektakulären Strafverfahren allerdings noch in diesem Jahr ein Urteil geben wird, ist ungewiss.

(lnw)