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T-Mobile: Telekom handelt höheren Anteil bei Fusion mit Sprint aus

T-Mobile und Sprint : Telekom handelt höheren Anteil bei Firmenzusammenschluss aus

T-Mobile hat die Zeit auf seiner Seite: Seit der ersten Vereinbarung einer Fusion hat US-Partner Sprint an Börsenwert verloren. Nun öffnete sich das Feld für Nachverhandlungen.

Der milliardenschwere Zusammenschluss der Telekom-Tochter T-Mobile mit dem kleineren US-Partner Sprint soll bis zum 1. April zum Abschluss gebracht werden. Das teilten die Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit.

T-Mobile und Sprint einigten sich auf leicht abgeänderte Fusionsbedingungen. Ein neues Abkommen sieht vor, dass der Bonner Telekom-Konzern mit 43 Prozent einen um einen Prozentpunkt höheren Anteil am verschmolzenen Unternehmen erhalten wird, als zunächst geplant gewesen war.

Mit einer besonderen Vereinbarung sollen offenbar Geschäftsrisiken bei Sprint in der Vereinbarung berücksichtigt werden: Softbank gibt seine Sprint-Aktien zu einem günstigeren Umtauschverhältnis ab als andere Aktionäre - und erklärt sich gleichzeitig bereit, 48,8 Millionen erhaltene Aktien der Fusionsgesellschaft bei Abschluss der Transaktion an die neue T-Mobile abzugeben. Zurückerhalten werde Softbank die Aktien nur beim Erreichen bestimmter Kursziele.

"Außerdem hat Softbank zugestimmt, die neue T-Mobile US für bestimmte Geschäftsrisiken der Sprint, die nach der Unterzeichnung identifiziert wurden, zu entschädigen", teilte die Telekom mit. Details dazu wurden nicht mitgeteilt.

Insidern zufolge ging Softbank auf die Änderungen im Fusionsvertrag ein, um weitere Verzögerungen bei der Transaktion zu vermeiden. So hätte etwa eine Änderung des Umtauschverhältnisses für alle Aktionäre womöglich die Einberufung einer Hauptversammlung erfordert.

Die dritt- und viertgrößten US-Mobilfunker hatten ihren Zusammenschluss eigentlich bereits im April 2018 vereinbart. Doch wegen wettbewerbsrechtlicher Bedenken war lange ungewiss, ob der Mega-Deal zustande kommt.

Kritiker fürchten, dass die Fusion den Wettbewerb auf dem US-Telefonmarkt stark einschränkt und zu Jobverlusten und Preiserhöhungen führt. Vergangene Woche erst entschied sich ein wichtiger US-Kartellrechtsprozess zugunsten der Unternehmen, wodurch eine der letzten Hürden beseitigt wurde.

T-Mobile-Chef John Legere hatte bereits angekündigt, dass die Fusionsbedingungen nachverhandelt werden könnten. In den fast zwei Jahren seit der ursprünglichen Vereinbarung tat sich Sprint sehr schwer und büßte stark an Börsenwert ein.

(peng/dpa/Reuters)