Sun Pharma kauft Ranbaxy: Milliarden-Deal in Indiens Pharmabranche

Milliarden-Deal in Indiens Pharmabranche: Sun Pharma kauft Ranbaxy

Schon wieder eine Übernahme in der Pharmabranche: Diesmal kauft die indische Sun Pharma die ebenfalls indische Ranbaxy. Beide kämpfen derzeit mit Qualitätsproblemen auf dem wichtigen US-Markt.

Der indische Generikahersteller Sun Pharmaceutical übernimmt den Arzneimittelkonzern Ranbaxy Laboratories für vier Milliarden US-Dollar (2,9 Milliarden Dollar) in Aktien. Durch die Transaktion entstehe der weltweit fünftgrößte Produzent von Spezialgenerika und das größte Pharmaunternehmen Indiens, teilten die beiden Firmen am Montag mit.

Ranbaxy gehört mehrheitlich dem japanischen Konzern Daiichi Sankyo, der sich für die Übernahme aussprach. Das neue Branchenschwergewicht wird in 65 Ländern tätig sein.

Sowohl Ranbaxy als auch Sun Pharma hatten in jüngster Zeit Probleme mit der Qualität. Im Januar verbot die US-Behörde für Lebensmittelaufsicht (FDA, Food and Drug Administration) den Verkauf aller Ranbaxy-Produkte aus Indien wegen Verstößen gegen die Qualitätskontrolle. Im Mai vergangenen Jahres musste eine US-Tochtergesellschaft der Gesundheitsbehörde 500 Millionen US-Dollar (365 Millionen Euro) Strafe für den Verkauf von minderwertigen Medikamenten bezahlen.

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Auch Sun Pharma darf seit März keine Produkte mehr aus der Fabrik in Karkhadi in Gujarat in die USA exportieren. Das Unternehmen teilte den Investoren außerdem mit, es gebe eine Vorladung der US-Bundesstaatsanwaltschaft. Daiichi Sankyo Sun Pharma und Ranbaxy für alle dadurch entstehenden Kosten entschädigen.

In Indien werden mehr als ein Fünftel aller weltweiten Generika hergestellt. Zusammen kommen die beiden Unternehmen nach eigenen Angaben auf einen Umsatz von 2,2 Milliarden Dollar (1,6 Milliarden Euro) in den USA und 900 Millionen Dollar (657 Millionen Euro) in Entwicklungsländern. Allerdings sind noch Zustimmungen der indischen Behörden, zentral und auf Länderebene, sowie der Aktionäre notwendig. Die Firmen hoffen, dass der Deal bis Ende 2014 vollzogen werden kann.

(dpa)
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