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Stuttgarter Getränkehändler protestiert: 16.000 Likes für 10.400 Einwegflaschen

Stuttgarter Getränkehändler protestiert : 16.000 Likes für einen offenen Brief über 10.400 Einwegflaschen

Der Getränkehändler Hans-Peter Kastner hat über Wochen die Plastikflaschen seiner Kunden gesammelt. Das Ergebnis teilte er auf Facebook – mit einem Appell an seine Kunden und Nicht-Kunden: „Reduzieren Sie unnötigen Plastikmüll“.

Hans-Peter Kastner ist ein Stuttgarter Getränkehändler. Über zwölf Wochen haben er und seine Mitarbeiter Einwegplastikflaschen- und dosen gesammelt, die der Markt überhaupt nicht verkauft. Gesetzlich ist Kastner aber dazu verpflichtet, die Pfandflaschen trotzdem anzunehmen. Das Ergebnis: 52 Säcke mit jeweils 200 Flaschen. In der Summe: 10.400 Einwegflaschen.

Ein Foto von dem Müllberg und einen offenen Brief an alle seine Kunden und auch Nicht-Kunden postete er am Montag auf Facebook. Sein Anliegen: Umweltbewusstsein schaffen.

„Umweltschutz? Unterstützung der Nahversorgung? Nachhaltiges Denken? Nein, es geht um Bequemlichkeit, Geiz ist Geil und nach mir die Sintflut“, spricht Kastner in dem Beitrag ganz offen das Problem an. In über 90 Zeilen kotzt sich Kastner förmlich aus.

„Kaufen Sie umweltbewusst, kaufen Sie lokal und stärken Sie demjenigen den Rücken, der Tag für Tag aufsteht um seine Familie zu ernähren. Oder stärken Sie den Aktionären den Rücken, den Gesellschaftern, den CEO´S, all denen die dann genug Kohle haben um abzuhauen, wenn uns das Klima um die Ohren fliegt“, endet der Beitrag.

Und der Appell fruchtet: Fast 17.000 Personen haben am Freitag auf den Beitrag reagiert, die meistens bestürzt oder erstaunt. Knapp 32.000 Mal wurde der Beitrag mittlerweile geteilt. Und Kastner verspricht in den Kommentaren: Die zahlreichen Reaktionen „geben mir die Kraft und Mut diesen Weg weiter zu gehen und zu kämpfen“.

(jms)