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Strategieschwenk bei BP: Öl-Gigant sieht Ende des Öl-Zeitalters angebrochen

Strategieschwenk bei BP : Öl-Gigant sieht Ende des Öl-Zeitalters angebrochen

Der britische Ölkonzern BP sieht den Verbrauch fossiler Brennstoffe zum ersten Mal in der modernen Geschichte sinken. Und bis zur Mitte des Jahrhunderts will BP die Kohlenstoffemissionen aus seiner eigenen Geschäftstätigkeit auf Null senken.

Neben dem durch die Klimapolitik angekurbelten Wachstum der erneuerbaren Energien werde vor allem die Corona-Pandemie den Verbrauch nachhaltig beeinflussen, erklärte der Konzern am Montag in seinem Energie-Ausblick 2020. Die Prognose untermauert den Strategieschwenk des 111 Jahre alten Öl- und Gaskonzerns, der sich in Zukunft voll und ganz auf grüne Energie fokussieren will.

Der Konzern mit Sitz in London geht davon aus, dass sich der durch die Pandemie eingebrochene Ölverbrauch trotz nachlassender Reisebeschränkungen in den nächsten Jahren nur teilweise erholen kann. Das vermehrte Arbeiten von zu Hause aus werde zu einem langsameren Wachstum des Energieverbrauchs führen, hieß es. Die Experten von BP haben drei verschiedene Szenarien für die Entwicklung der Ölnachfrage berechnet: In zweien gehen sie davon aus, dass der Höhepunkt der Nachfrage bereits 2019 erreicht wurde. Im dritten Szenario erreicht die Nachfrage um 2030 ihren Zenit.

Alle drei Szenarien rechnen mit einem sinkenden Anteil von fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl und Gas und einem damit verbundenen Anstieg der erneuerbaren Energien. Während der Anteil der Kraftstoffe am gesamten Energiekuchen schon in der Vergangenheit geschrumpft sei, sei ihr Verbrauch in absoluten Zahlen bisher nie gesunken, sagte BP-Chefökonom Spencer Dale. Gleichzeitig "wächst der Anteil erneuerbarer Energien schneller, als man es jemals in der Geschichte bei einem anderen Kraftstoff gesehen hat."

Nach Einschätzung von BP werden nichtfossile Brennstoffe ab den 2040er Jahre den größten Teil der globalen Energiequellen ausmachen, wobei der Anteil der Kohlenwasserstoffe in den nächsten 30 Jahren um mehr als die Hälfte sinken werde. Selbst wenn der Energiebedarf aufgrund der wachsenden Bevölkerung und der aufstrebenden Volkswirtschaften zunehmen werde, würden sich die Energiequellen auf erneuerbare Energien wie Wind und Sonne verlagern, sagte Dale.

(felt/Reuters)