1. Wirtschaft
  2. Unternehmen

Hohe Abfindungen: Stellenabbau bei DaimlerChrysler kommt voran

Hohe Abfindungen : Stellenabbau bei DaimlerChrysler kommt voran

Stuttgart (rpo). DaimlerChrysler verkündet eine Erfolgsmeldung: Der Stellenabbau in Deutschland komme voran. Die Abfindungen würden gut ankommen, sagt Personalvorstand Günther Fleig. Kein Wunder: Bis zu 275.000 Euro können einsichtige Mitarbeiter kassieren.

Es gebe einen aufsteigenden Trend. Konkrete Zahlen nannte Fleig nicht. Er kündigte an, dass das Programm zur Frühpensionierung noch in diesem Jahr starte. Das erste Kontingent solle 800 Mitarbeiter umfassen. Der Konzern erklärte, dass er im kommenden Jahr möglicherweise 200 Auszubildende weniger einstellen wolle.

Früher in Rente gehen können bei DaimlerChrysler die Jahrgänge 1951, 1952 und 1953. "Wenn der Druck so stark ist, warum sollen die Leute nicht unterschreiben, wenn sie möchten." Der Autobauer will in den deutschen Werken von der Mercedes Car Group 8.500 Stellen sozialverträglich abbauen. Bei der Mercedes Car Group in Deutschland sind rund 93.000 Mitarbeiter beschäftigt. Mit rund 80.000 Mitarbeitern würden Gespräche geführt, sagte Fleig.

Die Kosten für den Personalabbau wurden von dem Konzern mit 950 Millionen Euro angegeben. Die Summe reiche aus, sagte Fleig. Er verwahrte sich gegen den Vorwurf, dass der Konzern seine Mitarbeiter auf Kosten der Steuerzahler abbaue. Durch die Abfindungen kassiere der Fiskus rund 350 Millionen Euro. Das sei ein gutes Geschäft für den Staat. "Die Mitarbeiter werden dem Staat nicht zur Last fallen." Besonders bei den Beschäftigten im Alter zwischen 40 bis 52 Jahren seien die Abfindungen gefragt. Im Höchstfall kann ein Mitarbeiter eine Abfindung von 275.000 Euro kassieren.

Fleig sagte, der Konzern spreche auch mit dem Flugzeugbauer Airbus, ob er nicht Mitarbeiter aus dem Werk in Bremen übernehmen könne. Durch den Beschäftigungsabbau will der Autobauer im Jahr 500 Millionen Euro einsparen. Der Beschäftigungspakt 2012, der betriebsbedingte Kündigungen bis zu diesem Zeitpunkt ausschließt, soll weitere jährliche Einsparungen von 500 Millionen Euro bringen.

Fleig bekräftigte, dass der Konzern in Deutschland möglicherweise weniger junge Leute ausbilden will. Wenn es in der Auseinandersetzung mit dem Betriebsrat keine Einigung gebe sollten im Jahr 2006 rund 200 Lehrlinge weniger eingestellt werden, sagte der Personalvorstand mit Verweis auf den geplanten Stellenabbau. Es müsse ein Weg gefunden werden, indem das Unternehmen die Ausbildungskapazitäten weiter nutze aber bei den hohen Verpflichtungen bei der Übernahme Erleichterungen bekomme. "Eigentlich muss klar sein, dass Ausbildung vor Übernahme geht."

Der Gesamtbetriebsrat hatte eine Kürzung bei den Lehrstellen in der Vergangenheit strikt abgelehnt. Der Betriebsrat verwies in diesem Zusammenhang immer auf die gesellschaftliche Verantwortung des Unternehmens. Derzeit sind nach Unternehmensangaben etwa 8.500 junge Menschen bei dem Autobauer in der Ausbildung.

(ap)