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Zalando wächst stark dank neuer Händler auf der Plattform

Zalando baut Partner-Programm aus : Auf den Spuren von Amazon

Zalando wächst trotz der Corona-Krise rasant und gewinnt Millionen neue Kunden. Viel wichtiger dürfte aber sein, dass sich auch ein neues Geschäftsmodell stark entwickelt.

An den Börsen wird die Zukunft gehandelt, lautet eine alte Anleger-Weisheit. Nur so lässt es sich erklären, dass ein Auto-Hersteller wie Tesla ein Vielfaches mehr wert ist als die größten Autohersteller der Welt – obwohl die Amerikaner nur einen Bruchteil der Fahrzeuge verkaufen. Und das sieht man auch beim Online-Händler Zalando, dessen Kurs sich seit Ende März von unter 30 Euro auf ein Allzeithoch von rund 67 Euro mehr als verdoppelt hat.

Das Coronavirus beschleunigt nicht nur das Wachstum des Online-Handels, sondern auch die Transformation des Berliner Modehändlers. 2009 als Schuh-Versand gestartet, wandelt sich Zalando immer stärker zu einer Plattform, einer Art Amazon für Mode – nur ohne dessen Probleme mit mangelhafter Ware aus China und der wenig attraktiven Präsentation von Marken.

Inzwischen nutzen auch stationäre Händler die Möglichkeit, ihre Waren über Zalando zu verkaufen. Allein im zweiten Quartal schlossen sich 180 weitere Unternehmen dem Partnerprogramm von Zalando an. Gleichzeitig nutzten viele von ihnen auch die Möglichkeit, ihre Ware über die Logistikzentren des Berliner Unternehmens zu verschicken – einen ähnlichen Service bietet auch Amazon an. Die Anzahl der Artikel, die durch Zalando Fulfillment Solutions, so der Name des Programms, verschickt wurde, wuchs um 180 Prozent.

Je mehr Umsätze Zalando auf diese Weise macht, umso weniger abhängig wird man von den eigenen Verkäufen im stark saisonabhängigen Modehandel. Entsprechend zufrieden zeigte sich Finanzchef David Schröder am Dienstag bei der Präsentation der Zahlen: „Wir sind aus der ersten Welle der Pandemie deutlich stärker herausgekommen, als wir hineingegangen sind.“ Der Gewinn (Ebit) wurde mit 211,9 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Der Umsatz stieg um 27,4 Prozent auf gut zwei Milliarden Euro. Das Unternehmen hat inzwischen in Europa rund 34 Millionen Kunden.