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Yuma rüstet Balkone mit Solarzellen aus und kriegt Gründerstipendium

2000. Gründerstipendium geht nach Rommerskirchen : Start-up Yuma will Balkone mit Solarzellen ausrüsten

Das Start-up Yuma verkauft Solaranlagen, die man an die normale Steckdose anschließen kann. Auch Mieter sollen damit Strom aus Sonnenkraft gewinnen können. Beim Aufbau ihrer Firma bekommen die Gründer nun Unterstützung vom Land.

Yuma ist ein Symbol des Aufbruchs. Ausgerechnet in Rommerskirchen, im Herzen den rheinischen Braunkohle-Reviers, haben David Breuer, Sebastian Berben und Gerome Körbel ein Start-up gegründet, das Mini-Solaranlagen für die heimische Steckdose vertreibt. Als die drei Kölner ihr Unternehmen im Mai gegründet haben, kamen sie hier in einem leerstehenden Büro auf dem Grundstück von Breuers Mutter unter.

Unterstützung bekommt Yuma nun auch noch von anderer Seite. Die drei Gründer werden ein Jahr lang das NRW-Gründerstipendium in Höhe von 1000 Euro pro Person und Monat beziehen. David Breuer wird dabei eine besondere Ehre zuteil, er bekommt das 2000. Stipendium von der Landesregierung.

„Das Gründerstipendium gibt uns ein bisschen Sicherheit“, sagt Breuer. Zum Leben reiche es aber natürlich nicht: „Wir haben zusätzlich noch einen Kredit über 100.000 Euro aufgenommen und eigenes Geld investiert.“ Denn zum Start von Yuma mussten die drei Gründer auch in Vorleistung gehen und Solaranlagen in Asien einkaufen, die hier nun weiter vertrieben werden.

Der Strom kann über die Steckdose eingespeist werden

Die Idee kam ihnen, als sie feststellten, dass es eine steigende Anzahl von Suchanfragen zum Thema gab. Yuma bietet inzwischen vier verschiedene Typen von Solaranlagen an. Gemein ist ihnen, dass der produzierte Strom einfach über die normale Steckdose eingespeist werden kann. Was nicht im eigenen Haushalt verbraucht wird, wird ins Stromnetz weitergeleitet. „Bei unseren Mini-Solaranlagen liegt der Anteil des Eigenverbrauchs ungefähr bei 70 bis 80 Prozent“, sagt Breuer. Ein weiterer Vorteil ist aus Sicht von Yuma der günstige Preis. Die Anlagen sind schon ab 359 Euro zu haben und sind durch den geringen Aufwand bei der Installation auch für Mietwohnungen geeignet. Eines der Modelle lässt sich beispielsweise am Balkon befestigen. „Unsere Module für den Balkon wiegen dank einer Kunststofffläche gerade mal ein Drittel der üblichen Glasmodule.“

Momentan beschränken sich die drei Gründer noch auf Einkauf und Vertrieb der Produkte, im nächsten Schritt sollen aber auch eigene Module in verschiedenen Größen entwickelt werden – denn die Nachfrage steigt: „Die meisten Neukunden kommen über Google, aber inzwischen gibt es auch immer mehr Empfehlungen“, sagt Breuer.

Das Ministerium hatte zuletzt noch einmal die Kriterien bei der Vergabe der Stipendien nachgeschärft, seitdem ist der Innovationsgrad einer Gründung noch entscheidender. Bei Yuma sahen die Verantwortlichen diesen offenbar erfüllt. NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart zeigt sich generell zufrieden mit dem bisherigen Erfolg des Stipendiums: „Ich freue mich über die hohe Zahl der Bewerbungen aus den verschiedensten Fachrichtungen. Sie alle tragen zur lebendige Gründerszene in unserem Land bei.“