Vorwerk Ventures legt neuen 150-Millionen-Euro-Fonds für Start-ups auf

Nach Erfolgen mit Hellofresh & Co. : Vorwerk Ventures legt neuen 150-Millionen-Euro-Fonds auf

Vorwerk wurde mit Teppichen, der Küchenmaschine Thermomix und den Kobold-Staubsaugern bekannt. Seit einigen Jahren investiert das Familienunternehmen aber auch sehr erfolgreich in Start-ups. Nun macht man den nächsten Schritt.

Der große Auftritt gehört nicht zum Selbstverständnis des Wuppertaler Familienunternehmens Vorwerk, daran haben auch die Erfolge der Küchenmaschine Thermomix in den vergangenen Jahren nichts geändert. Warum sollte es beim Thema Start-ups also anders sein?

Dabei hat sich Vorwerk Ventures neben Tengelmann Ventures zu einem der bekanntesten Risikokapitalgeber aus NRW entwickelt. Nun macht das Team den nächsten Schritt: Vorwerk Ventures hat einen neuen Fonds mit einem Volumen von 150 Millionen Euro aufgelegt.

Mit einem Fonds dieser Größenordnung stößt Vorwerk Ventures in neue Dimensionen vor. Doch anders als etwa der Essener Investor Tengelmann Ventures, der momentan ebenfalls an einem neuen Fonds arbeitet, setzt Vorwerk Ventures bei seinem Fonds nicht auf externe Investoren. Das Geld stammt nach Informationen unserer Redaktion ausschließlich vom Unternehmen und der Eigentümerfamilie. „Wir freuen uns natürlich sehr über das Vertrauen“, sagt Norbert Muschong, Chef von Vorwerk Ventures: „Der Fonds gibt uns die Möglichkeit, auch in den kommenden Jahren in spannende konsumentenorientierte Start-ups zu investieren.“

Mit den finanziellen Veränderungen gehen auch personelle einher. Holger Witte ist vom Risikokapitalgeber Projekt A zu Vorwerk gewechselt und baut für das Unternehmen ein Büro in Berlin auf. Bislang wurde das Geschäft überwiegend von Wuppertal aus gesteuert. Das Team, das lange Zeit nur aus Norbert Muschong und Dirk Meurer bestand, soll in den kommenden Monaten deutlich aufgestockt werden.

Muschong und Meurer haben den Risikokapitalgeber in den vergangenen Jahren aufgebaut und dabei ein recht gutes Gespür bewiesen. So war Vorwerk Ventures unter anderem am Kochboxen-Versender Hellofresh beteiligt. Aktuell gehören unter anderem der Getränke-Lieferdienst Flaschenpost und der Windel-Anbieter Lillydoo zum Portfolio.

2007 wurde die Firmentochter noch unter dem Titel Vorwerk Direct Selling Ventures an den Start gebracht, woraus sich auch der eigentliche Geschäftszweck ableiten lässt: Es ging zunächst darum, Geschäftsmodelle im Bereich des Direktvertriebs, auf den Vorwerk spezialisiert ist, kennenzulernen. Das spiegelte anfangs auch das Portfolio wieder.

"Wir wollen Kapital in Unternehmen investieren, die Sachen vielleicht ganz anders machen als wir", beschrieb Norbert Muschong 2015 im Gespräch die Idee. Das könne für Anregungen sorgen, die dann wiederum auch dem eigenen Betrieb helfen.

Inzwischen hat sich Vorwerk Ventures deutlich breiter aufgestellt. Wohl auch deshalb soll es zwischenzeitlich Überlegungen gegeben haben, den Fonds für externes Kapital zu öffnen. Das berichtete zumindest das Portal „Deutsche Start-ups“. Doch letztlich war man offenbar so zufrieden mit der Arbeit des Teams, das man sich dazu entschloss, den Fonds alleine zu stemmen.