Von-Floerke-Gründer erhebt Vorwürfe gegen Reiseveranstalter Ltur

Bekannt aus „Die Höhle der Löwen“ : Von-Floerke-Gründer erhebt nach Insolvenz Vorwürfe gegen Reiseveranstalter Ltur

Der Modehändler kämpft seit Monaten gegen den Untergang seiner Firma. Nun hat sich die Situation verschärft. Schuld daran ist angeblich auch ein Streit über ein Ladengeschäft in Düsseldorf.

Selbst am Abgrund versucht sich David Schirrmacher in Sarkasmus: „Finito90“ lautet der Rabattcode, mit dem man 90 Prozent auf bestimmte Artikel des Modehändlers Von Floerke bekommen soll.

Seit Monaten steckt das Mode-Unternehmen, das einst durch die Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“ bekannt wurde, in der Krise. Die Erweiterung des Sortiments auf Spirituosen hatte Von Floerke in Schieflage gebracht, die Vielzahl von Bestellungen überforderte das Team offenbar, Kunden beschwerten sich über ausstehende Lieferungen. Nun verschärft sich die Situation. Denn über Facebook hat Gründer David Schirrmacher die Insolvenz der „Schirrmacher Moden GmbH“ bekannt gegeben, die hinter der Marke Von Floerke steckt.

„Das ist ein harter Schritt“, sagt der Gründer in einem Video auf seiner Facebook-Seite. Am 7. Oktober stellten Schirrmachers Anwälte einem weiteren veröffentlichten Dokument zufolge beim Amtsgericht Münster einen Antrag auf Insolvenz der Schirrmacher Moden GmbH. Im Insolvenzregister ist dieser Vorgang bislang noch nicht verzeichnet.

Laut Schirrmacher scheiterten die Verhandlungen an drei Gläubigern. Namentlich nannte er unter anderem den Reiseveranstalter Ltur, der ihm eine Immobilie in Düsseldorf vermietet haben soll, in der einst eine Filiale des auf Herrenmode spezialisierten Anbieters untergebracht war. Bei den Gläubigerverhandlungen habe Ltur auch noch auf Mieten bestanden, die erst in Zukunft angefallen wären, so Schirrmacher. Der Mietvertrag habe noch eine Laufzeit von einem Jahr gehabt. Eine Anfrage unserer Redaktion bei Ltur blieb bislang unbeantwortet.

Unklar ist bislang, welche Rolle die Stadtsparkasse Remscheid in diesem Verfahren spielt. Sie zählte nach früheren Aussagen von Schirrmacher zu den Gläubigern im Fall Von Floerke. Wie hoch das Investment der bergischen Bank beim einstigen Bonner Start-up ist, ist allerdings unklar. Die Bank möchte sich auf Anfrage zu dem Fall nicht äußern und beruft sich auf das Bankgeheimnis. Auch David Schirrmacher wollte sich dazu mit Verweis auf eine Geheimhaltungsvereinbarung nicht äußern.

Der Herrenmode-Anbieter Von Floerke wurde 2014 von Schirrmacher gegründet. Nach einem Auftritt in der Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“ investierte unter anderem der Bonner Investor Frank Thelen in das Start-up, für das er anschließend auch im Rahmen einer Kampagne bei der Crowdinvesting-Plattform Kapilendo warb, wo das Unternehmen 1,2 Millionen Euro von Kleinanlegern einsammelte.

Als Von Floerke dann jedoch Spirituosen in sein Sortiment aufnahm und sich Beschwerden wegen nicht ausgelieferter Bestellungen von Kunden häuften, stieg Thelen nach einem heftigen öffentlichen Streit mit Schirrmacher aus. Dieser hatte zuletzt den Sitz des Unternehmens von Bonn nach Stadtlohn bei Münster verlegt.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, eine Anfrage bei Schirrmacher sei ohne Antwort geblieben. David Schirrmacher hat sich jedoch am 15. Oktober gemeldet, einen Kommentar zur Rolle der Stadtsparkasse Remscheid jedoch abgelehnt. Wir haben diese Passage daher ergänzt.

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