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Vom Techno-DJ zum Investor - die irre Geschichte von Sascha van Holt

Sascha van Holt : Vom Techno-DJ zum Investor

Sascha van Holt tourte mit dem Dance-Trio Master Blaster Anfang des Jahrtausends durch Clubs und russische Eishallen. Inzwischen investiert er in Unternehmen. Doch eine Sache aus seiner Zeit als DJ ist geblieben.

Ein Tonstudio hat Sascha van Holt noch immer Zuhause, doch er bereut nicht, das Büro gegen die Disco eingetauscht zu haben. Seine Interessen reichten schon früh über die Musik hinaus. „Und ehrlicherweise muss man auch sagen: Ich war nie ein Beethoven. Ich habe also auch nicht mein größtes Talent weggeworfen“, sagt van Holt und lacht.

Heute leitet Sascha van Holt Crosslantic Capital, einen Düsseldorfer Wachstumsfinanzierer, der unter anderem an Unternehmen wie dem Online-Händler Babymarkt oder der Finanzplattform Auxmoney beteiligt ist.

Doch seine erste Karriere begann Sascha van Holt, der in Bochum aufgewachsen ist und dort bis vor wenigen Jahren auch noch wohnte, auf der Bühne. Rund 20 Jahre ist es her, dass er gemeinsam mit seinen Partnern Rico Bass und Mike de Ville als Dance-Trio Master Blaster auftrat. Mit Stücken wie „Hypnotic Tango“ schaffte es das Ruhrgebiet-Projekt in die Top 10 der deutschen Charts und wurden sogar für den Musikpreis Echo nominiert. „Es gibt wenige Dinge, die mehr Spaß machen mit Anfang 20 als für MTV Musikvideos zu drehen und in Russland vor 40.000 Leuten in einem Eisstadion aufzulegen“, sagt van Holt rückblickend über diese Zeit.

Doch dann wechselte er die Seiten. Zunächst fing er beim Medienkonzern Bertelsmann an, später baute er dann den Risikokapitalarm Seven Ventures des Fernsehsenders ProsiebenSat.1 auf. „Der damalige Vorstandschef Thomas Ebeling hat mir damals alle Freiheiten gelassen“, erinnert sich van Holt. Er und sein Team bauten das Modell „Media for Equity“ auf, bei dem sich Seven Ventures an Start-ups beteiligte und im Gegenzug Werbezeit im Fernsehen anbot. Eine damals geniale Idee, die rasante Entwicklungen wie die des Modehändlers Zalando erst möglich machte. Doch irgendwann funktionierte das Modell nicht mehr so gut, der anfängliche Zauber verflog.

Sascha van Holt startete mit Crosslantic Capital neu – zunächst in Bochum, wo er noch immer wohnte. Selbst während seiner Zeit bei ProsiebenSat.1 in München war er übers Wochenende stets zurück in den Ruhrpott geflogen. Als Minderheitsgesellschafter beteiligte sich unter anderem sein früherer Arbeitgeber ProsiebenSat.1 neben dem US-amerikanischen Fonds Lexington Partners sowie Family Offices. Das Medienunternehmen brachte unter anderem Teile des eigenen Portfolios in den Wachstumsfinanzierer ein.

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Der jedoch sucht gleichzeitig nach eigenen Anlageobjekten. „Wir investieren in Unternehmen, die keine institutionellen Investoren haben“, sagt van Holt. Man suche nach Unternehmen, die schnell wachsen wollen, ohne dass der Gründer dafür zwangsläufig die Mehrheit an seiner Firma abgeben muss. „Wir agieren damit in einem Bereich, der weder von Venture Capital noch von Private Equity richtig abgedeckt wird“, sagt van Holt.

Und anders als Risikokapitalgeber bei Start-ups kalkuliert van Holt auch nicht damit, dass aus großen Teilen seines Portfolios nichts werden könnte. Zehn bis 50 Millionen Euro investiert Crosslantic Capital, das inzwischen von Bochum nach Düsseldorf umgesiedelt ist, pro Unternehmen. „Da muss jeder Schuss sitzen“, betont Sascha van Holt. Bislang geht der Plan offenbar auf. Der Fonds-Chef sagt, im Schnitt könne man das eingesetzte Geld vervierfachen. „Es gibt aber auch Fälle, in denen wir eine höhere Rendite haben.“