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Urlaubsguru-Gründer übernehmen Anteile von Kölner Start-up Blookery

Kooperation in der Reisebranche : Urlaubsguru-Gründer übernehmen Anteile von Kölner Start-up Blookery

Die Corona-Krise hat die Reisebranche hart getroffen. Nun verbünden sich die Macher von Urlaubsguru aus Holzwickede mit dem Team des Kölner Blind-Booking-Anbieters. Ein gemeinsames Projekt ist schon in Planung.

Das Reiseportal Urlaubsguru und das Kölner Blind-Booking-Portal Blookery haben eine strategische Partnerschaft geschlossen. Im Zuge der Kooperation übernehmen die Urlaubsguru-Gründer Daniel Marx und Daniel Krahn Anteile an Blookery. Im Handelsregister ist die Veränderung noch nicht eingetragen.

Das Kölner Unternehmen wurden von Jannis Dorlöchter und Kevin Kiesewetter gegründet, nachdem Kiesewetter für seine Freunde eine Reise organisiert hat, bei der diese bis zum Abflug nicht wussten, wohin es geht. In den vergangenen vier Jahren ist aus dieser Idee ein Team von zehn Mitarbeitern geworden. Doch die Corona-Pandemie machte die weiteren Planungen der Gründer zunichte, da angesichts weltweiter Reisewarnungen und unterschiedlicher Gefährdungslagen kaum jemand Reisen buchen will, ohne zu wissen, wohin es geht und wie die Bestimmungen vor Ort sind.

„Auch wenn es momentan eher nach einem denkbar schlechten Zeitpunkt für Blind-Booking-Investitionen aussieht, glauben wir an die Zukunft des Geschäftsmodells“, sagt Daniel Krahn, Mitgründer von Urlaubsguru. Das Modell sei bei den eigenen Kunden in der Vergangenheit beliebt gewesen – und werde es auch in Zukunft sein, ist der Gründer überzeugt.

Auch der Reisevermittler Urlaubsguru wurde hart von den Auswirkungen der Pandemie getroffen. Im April hatte die Uniq GmbH, das Unternehmen hinter der Marke Urlaubsguru, den Abbau von rund 40 Arbeitsplätzen bekanntgegeben. Die Geschäfte in Unna und Münster wurden geschlossen, ein Kredit bei der landeseigenen Förderbank NRW.Bank beantragt. Nachdem man in den Jahren 2017 und 2018 noch Gewinne verbuchen konnte (aktuellere Zahlen sind im Bundesanzeiger noch nicht öffentlich), geht es momentan darum, das Geschäft einigermaßen zu stabilisieren. Die Mitarbeiter befinden sich noch immer in Kurzarbeit.

Nun will man offenbar in Kooperation das bestmögliche aus der Situation machen. Ein erstes gemeinsames Projekt wurde bereits auf den Weg gebracht. Mit der Website risikogebiet.info wollen beide Unternehmen offene Fragen zu Reisen innerhalb Deutschlands beantworten: Befindet sich mein Urlaubsziel in einem Risikogebiet? Gibt es spezielle Reisebestimmungen, wenn ich aus einem Risikogebiet komme? Mit welchen Einschränkungen muss ich vor Ort rechnen? Das Portal soll Reisenden helfen, Unsicherheiten abzubauen – doch momentan ist auch das gar nicht so leicht. Um die zuletzt rasant gestiegene Zahl der Infizierten einzudämmen, hat Kanzlerin Angela Merkel die Deutschen aufgefordert: "Verzichten Sie auf Reisen."