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Start-ups in NRW müssen weiter auf Corona-Hilfe vom Bund warten

Bislang kein Euro ausgezahlt : Start-ups in NRW müssen weiter auf Corona-Hilfe vom Bund warten

Ende März hat die Bundesregierung ein Zwei-Milliarden-Rettungspaket für Start-ups angekündigt. Doch bislang ist noch kein Euro geflossen. Während Bayern ankündigt, in zwei bis drei Wochen Ansprechpartner zu nennen, ist der Zeitplan in NRW weiterhin unklar.

Obwohl die Förderbank KfW grünes Licht gegeben hat, dauert die Hängepartie um das Hilfspaket für Start-ups weiter an. Die Bundesregierung hatte Ende März angekündigt, Start-ups mit einem zwei Milliarden Euro schweren Hilfspaket in der Corona-Krise zu unterstützen. Bislang seien noch keine Zahlungen vorgenommen worden, teilte die zur KfW gehörende KfW Capital der Nachrichtenagentur Reuters mit.

Das Hilfsprogramm besteht aus zwei Säulen: Bei Säule I ist vorgesehen, dass Investments von Risikokapitalgebern in Start-ups vom Staat co-finanziert werden. Die Details wurden Mitte Mai geklärt, seitdem können sich Fonds bewerben. "Wir befinden uns in intensiven Gesprächen mit den Fonds, die die Unterlagen zur notwendigen Prüfung einreichen", sagte eine Sprecherin von KfW Capital. Es werde damit gerechnet, "zeitnah die ersten Zusagen an die Fonds zur Unterstützung ihrer Startups zu geben."

In Bayern sollen in zwei bis drei Wochen Ansprechpartner feststehen

Bei Säule II sollen Gelder zur Verfügung gestellt werden für Start-ups, die bislang kein Risikokapital bekommen. Dieses Geld, die Rede ist von maximal 800.000 Euro pro Start-up, soll an die jungen Unternehmen über die Landesförderinstitute zur Verfügung gestellt werden.

In NRW ist damit die NRW.Bank zuständig. Während Bayern Kapital bekanntgegeben hat, dass man in zwei bis drei Wochen erste Ansprechpartner nennen könne, hält man sich bei der NRW.Bank auf Anfrage bedeckt. Momentan könne man noch keine Einzelheiten nennen, sagte eine Sprecherin. Geplant sei, bestehende Programme aufzustocken anstatt komplett neue zu entwickeln, um möglichst schnell handlungsfähig zu sein.

NRW hatte bereits im April Hilfsprogramme für Start-ups aufgelegt

Die Förderbank hatte bereits zum 1. April das neue Programm „NRW.Start-up akut“ aufgelegt, mit dem vom Coronavirus betroffene Start-ups bis zu einem Alter von 36 Monaten ein Wandeldarlehen von bis zu 200.000 Euro in Anspruch nehmen können. Dieses Darlehen hat eine Laufzeit von sechs Jahren. „Zudem können kleine Unternehmen und Existenzgründer aus dem Mikromezzaninfonds Beteiligungskapital von bis zu 75.000 Euro direkt bei der Kapitalbeteiligungsgesellschaft in Neuss beantragen“, heißt es bei der NRW.Bank. Wie viele Start-ups die Programme der Bank bislang in der Corona-Krise in Anspruch genommen haben, könne man aktuell noch nicht sagen.

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Durch die Corona-Krise sind viele Start-ups in ihrer Existenz bedroht. Sie haben in der Regel kaum eine Chance, durch den normalen Prüfprozess für Bankkredite zu kommen. Gleichzeitig haben sie oft kaum Rücklagen, so dass sie besonders schnell in Finanznöte kommen, wenn das Geschäft einbricht oder Finanzierungsrunden ausbleiben.