Slingshot investiert in Kölner Luxusuhren-Start-up Chronext

Kölner Luxusuhren-Start-up : Neue Millionen-Finanzierung für Chronext

Der Online-Shop für Luxusuhren bekommt angeblich zehn Millionen Euro frisches Kapital. Damit zahlt sich offenbar die Arbeit der vergangenen Monate aus – denn zwischenzeitlich war die Lage weniger gut.

Frisches Kapital für Chronext: Der niederländische Risikokapitalgeber Slingshot investiert zehn Millionen Euro in das Kölner Luxusuhren-Start-up.

Chronext wurde 2013 von den Studienfreunden Philipp Man und Ludwig Wurlitzer gegründet. Über den Online-Shop werden geprüfte Luxusuhren von Breitling bis Rolex angeboten. Die Kölner konkurrieren dabei allerdings mit anderen Anbietern wie Chrono24, auch wenn sich die Geschäftsmodelle etwas unterscheiden.

Das Portal „Deutsche Startups“ hatte zuerst über die Finanzierungsrunde berichtet. Laut dem Portal soll es Chronext gelungen sein, den monatlichen Verlust auf unter eine halbe Million Euro pro Monat zu drücken, nachdem er vorher bei deutlich über einer Million Euro gelegen haben soll. Im Markt ist zu hören, dass sich die Zahlen speziell im vergangenen dreiviertel Jahr stark verbessert haben. 2020 soll das Unternehmen auf Monatsbasis bereits profitabel arbeiten, so jedenfalls der Plan. Dies alles dürfte dazu beigetragen haben, dass der Unternehmenswert inzwischen bei nahezu 100 Millionen Euro liegen soll.

Chronext bekam von Investoren bereits mehr als 50 Millionen Euro

Das Start-up hatte bereits in der Vergangenheit mehr als 50 Millionen Euro an Risikokapital von Investoren wie Endeit Capital, Tengelmann Ventures oder Capnamic Ventures eingesammelt, die auch benötigt wurden, um die Verluste auszugleichen. Laut Bundesanzeiger lagen diese allein bis Ende 2017 bei mehr als 23 Millionen Euro. Angeblich soll das Unternehmen bereits im vergangenen Jahr an einer Finanzierungsrunde gearbeitet haben, laut Medienberichten lagen die Geschäftszahlen 2018 jedoch unter den Erwartungen.

Die Alt-Investoren halfen dem Unternehmen daher angeblich mit einer sogenannten Brückenfinanzierung aus. Diese Gelder wurden offenbar bei der nun vollzogenen Kapitalrunde berücksichtigt, wodurch diese eigentlich deutlich über den nun bekannt gewordenen zehn Millionen Euro liegt. Laut Handelsregister des Kantons Zug in der Schweiz, wo die Muttergesellschaft Chronext AG ihren Sitz hat, wurden Forderungen von rund 14,7 Millionen Euro bei der Ausgabe neuer Aktien verrechnet. Chronext wollte Fragen zu der neuen Finanzierungsrunde nicht beantworten.

„Wir sehen Chronext als attraktives Investment“

Selbst jene Investoren, die bei der vergangenen Finanzierungsrunde nicht mitgemacht haben, sind jedoch optimistisch. „Nach wie vor sehen wir Chronext als attraktives Investment mit gutem Potenzial“, heißt es bei der landeseigenen Förderbank NRW.Bank. Man könne sich daher in Zukunft die Beteiligung an weiteren Finanzierungsrunden vorstellen, auch wenn man diesmal nicht dabei gewesen sei. Die nächste Möglichkeit dürfte sich schon bald bieten. Laut „Deutsche Startups“ könnte Chronext im vierten Quartal 2021 die nächste Finanzierungsrunde machen.