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Schüttflix bekommt mit Speedinvest neuen Investor neben Sophia Thomalla

Sophia Thomalla hat auch in Schüttflix investiert : Speedinvest steigt bei Schotter-Start-up aus Gütersloh ein

Mit ihren Start-up wollen Christian Hülsewig und Thomas Hagedorn den Markt für Kies, Schotter und Sand digitalisieren. Dabei setzen sie auf die Bekanntheit von Sophia Thomalla – und nun auch auf frisches Geld aus Österreich.

Rückblickend wird man wohl nie ganz klären können, welches die bessere Idee von Christian Hülsewig und Thomas Hagedorn gewesen ist: Im Juni 2018 hatten die beiden in Gütersloh ihr Start-up Schüttflix gegründet, einen Plattform über die beispielsweise Bauunternehmen große Mengen Kies, Sand und Schotter bestellen können. Das war die erste gute Idee. Die zweite gute Idee heißt Sophia Thomalla.

Den beiden Unternehmern gelang es, die Schauspielerin, der allein auf dem Sozialen Netzwerk Instagram 1,2 Millionen Menschen folgen, als Investorin und Markenbotschafterin zu gewinnen – und dann folgte das, was sie in Gütersloh wohl einen „Schüttstorm“ bezeichnen würden. Denn die Bekanntheit von Thomalla, Tochter der gleichnamigen früheren Tatort-Darstellerin Simone Thomalla und Ex-Freundin von Rammstein-Frontmann Till Lindemann, verhalf dem jungen Unternehmen von Anfang an zu einer enormen Medienpräsenz – und damit verbunden einem rasanten Anstieg der Nachfrage.

Schüttflix schließt Finanzierungsrunde über acht Millionen Euro ab

Nun konnten die Gütersloher Gründer auch den ersten Risikokapitalgeber von einem Investment überzeugen. Am Donnerstag gab das Unternehmen eine Finanzierungsrunde in Höhe von acht Millionen Euro bekannt, bei der sich Speedinvest aus Österreich knapp 20 Prozent am Unternehmen gesichert hat. Den Großteil der Anteile halten weiterhin die beiden Gründer, Sophia Thomalla ist noch mit knapp einem Prozent am Unternehmen beteiligt.

Marie-Hélène Ametsreiter, Partnerin bei Speedinvest, hat Christian Hülsewig auf einer Veranstaltung kennengelernt – und offenbar stimmte die Chemie. „Wir mussten nicht finanzieren, wir wollten“, sagt Hülsewig. Der Umsatz des Unternehmens ist nach eigenen Angaben von 3000 Euro im Monat beim Start 2019 auf zuletzt 500.000 Euro monatlich gestiegen. Die durchschnittliche monatliche Wachstumsrate liege bei mehr als 50 Prozent. Bis Ende des Jahres will das Unternehmen auf dem gesamten deutschen Markt aktiv sein, für 2021 ist dann die Internationalisierung geplant. In NRW werden können sämtliche Baustellen nach Unternehmensangaben bereits in einem Zeitfenster von vier Stunden beliefert werden.

Das Marktvolumen in Deutschland liegt bei rund 50 Milliarden Euro

„Das Schöne an Schüttflix ist, dass es kein klassischer Marktplatz ist, wo man mit viel Geld Angebot und Nachfrage zusammenbringen muss“, sagte Marie-Hélène Ametsreiter der „FAZ“: „Stattdessen hat derjenige, der auf der Baustelle steht, durch die Schüttflix-App technologisch eine solche Erleichterung, dass man die Kundenseite sehr leicht rekrutieren kann – und die Produzentenseite kommt dann gerne dazu.“

Der Markt für Kies, Sand und Schotter ist regional sehr fragmentiert und dadurch intransparent, das Marktvolumen beträgt laut Schüttflix aber allein in Deutschland rund 50 Milliarden Euro. Über die Plattform werden Lieferanten und Kunden zusammengebracht. Die Software von Schüttflix soll dabei den besten Preis und die schnellste Lieferung berechnen. 900 Lieferanten sind bereits auf der Plattform angemeldet. Gleichzeitig scheint das Modell relativ krisensicher zu sein – in den vergangenen Wochen, heißt es, soll die Zahl der Bestellungen trotz Coronavirus deutlich zugenommen haben.