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Figuren für Tonieboxen sollen neu bespielt werden können

Erweiterungen für Benjamin Blümchen und Co. : Figuren für Tonieboxen sollen neu bespielt werden können

Bislang war das Prinzip ganz Simpel: Pro Hörspiel musste eine entsprechende Spielzeugfigur gekauft werden. Nun bauen die Macher eine eigene Online-Welt auf und ziehen deren Start vor – denn das Coronavirus hat auch Folgen für die Düsseldorfer.

Bislang war das Prinzip der Tonieboxen ganz simpel: Es gibt kleine Spielzeugfiguren, mit denen man jeweils ein bestimmtes Hörspiel abspielen kann, wenn man es auf den Lautsprecher-Würfel stellt. Benjamin Blümchen, Bibi Blocksberg oder Bobo Siebenschläfer, rund 250 solcher Figuren sind so seit dem Start 2016 zusammengekommen. Die Idee des Düsseldorfer Unternehmens Boxine hat die deutschen Kinderzimmer in rasender Geschwindigkeit erobert und wurde ein riesiger Erfolg.

Doch in all den Jahren gab es ein Problem: Wie sollen all diese Geschichten, die es da draußen gibt, als einzelne Figuren in den Kinderzimmern Platz finden?

Die Idee hatten die Macher schon 2013

Deswegen erweitert Boxine jetzt sein Geschäftsmodell. Ab Juli sollen Nutzer zahlreiche weitere Folgen online erwerben und auf die Figuren laden können. So könnte eine Figur des Elefanten Benjamin Blümchen dann nicht nur dessen Abenteuer als Kindergärtner abspielen, sondern auch zahlreiche andere Geschichten.

„Eigentlich hatten wir schon 2013 die Idee, dass man neue Hörspiele auf die Tonie-Figuren spielen kann“, sagt Gründer und Geschäftsführer Patric Faßbender: „Wir haben uns dann aber erst Mitte 2019 wieder intensiver damit beschäftigt und dafür ein Team aufgebaut. In diesem Jahr wollten wir die Neuerungen eigentlich im September oder Oktober einführen, wegen der Corona-Krise haben wir den Schritt jetzt vorgezogen.“

In Tunesien steht momentan die Produktion still

Denn die Folgen des Virus haben auch das Düsseldorfer Unternehmen getroffen. Nicht nur, dass praktisch alle Buch- und Spielzeug-Läden schließen mussten, über die Boxine seine Tonies verkauft, auch die Produktion in Tunesien steht seit knapp vier Wochen still. „Wir laufen in eine kritische Phase hinein, die uns in dieses Jahr noch Sorgen bereiten wird“, sagt Faßbender. Trotzdem habe man darauf verzichtet, die Vertriebsmannschaft in Kurzarbeit zu schicken. Und im eigenen Online-Shop führte man zuletzt die Option ein, temporär mit jedem Kauf einen stationären Händler eigener Wahl unterstützen zu können. „Wir haben in den vergangenen Jahren eine tolle Entwicklung genommen und uns Spielräume erarbeitet, die wir nun ausnutzen“, begründet Faßbender das Vorgehen.

Anfangs sollen die Inhalte einzeln zu kaufen sein

Die digitale Erweiterung des Produkts eröffnet dem Unternehmen einen weiteren Absatzkanal – und gibt ihm gleichzeitig die Möglichkeit, schneller neue Inhalte zu produzieren, weil nicht mehr für jedes Hörspiel eine eigene Figur entwickelt und produziert werden muss. Anfangs sollen die Hörspiele zunächst einzeln zu kaufen sein, ein Abo-Modell ist laut Faßbender in Zukunft aber auch denkbar. Einen konkreten Preis für die Inhalte nannte der Tonieboxen-Erfinder noch nicht. Klar ist: Die digitalen Inhalte sollen günstiger sein als die Toniefiguren, die zwischen 11,99 und 14,99 Euro kosten.

Trotz der Corona-Sorgen freut sich Faßbender daher auf die kommenden Monate: „Im Grunde ist das ja die erste richtige Neuerung seit dem Start. Natürlich freuen wir uns auch noch über jeden neuen Tonie, aber bei 250 verschiedenen Figuren entwickelt sich da doch irgendwann eine gewisse Routine.“