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Fiege-Gruppe legt mit F-Log Ventures eigenen Risikokapitalfonds auf

F-Log Ventures will Start-ups finanzieren : Logistiker Fiege-Gruppe legt eigenen Risikokapitalfonds auf

Das Familienunternehmen Vorwerk hat bewiesen, wie erfolgreich der Aufbau eines eigenen Risikokapitalgebers sein kann. Nun geht der Logistiker Fiege einen ähnlichen Schritt – und will sich auch selbst Konkurrenz machen.

Die Fiege-Gruppe will künftig stärker in Start-ups investieren. Das europaweit im Logistikbereich tätige Unternehmen aus dem westfälischen Greven hat dazu einen eigenen Risikokapitalfonds aufgelegt, der unter dem Namen F-Log Ventures agiert. Dem Fonds steht für Investments nach Angaben der Fiege-Gruppe ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag zur Verfügung.

F-Log Ventures wird von Tanja Rosendahl und Tim Gudelj sowie dem Fiege-Manager Andreas Pott geleitet. Das Team will jungen Technologie-Unternehmen (Seed oder Series A) neben einer initialen Finanzierung von bis zu 500.000 Euro auch Zugang zum eigenen Netzwerk bieten. „Smart Money“, nennt Tim Gudelj das. So könne man Start-ups Zugang zu Logistik-Expertise oder beispielsweise auch Pilotprojekten ermöglichen. „Hierbei unterstützt uns unser Ankerinvestor wesentlich“, sagt Gudelj.

Der Großteil des Geldes für den Fonds kommt von der Fiege Logistik Stiftung. Die Stiftung steht hinter dem 1873 gegründeten Familienunternehmen, das 2019 mit rund 19.000 Mitarbeitern weltweit einen Umsatz von 1,7 Milliarden Euro erwirtschaftete. Teile der Fiege-Familie haben darüber hinaus jedoch offenbar auch privat in den Fonds investiert. Das deutet darauf hin, dass es großes Vertrauen in das Investment-Team gibt. Eine ähnliche Entwicklung gab es unlängst auch beim deutlich größeren Risikokapitalgeber Vorwerk Ventures, der zunächst mit Geldern des Wuppertaler Familienunternehmens finanziert wurde. Nach erfolgreichen Investments, unter anderem in den Kochboxen-Versender Hellofresh, investierten jedoch auch hier Teile der Eigentümerfamilie von Vorwerk privat in den Fonds.  

Mit seinem Fonds hat F-Log Ventures bereits in das Bergbau-Start-up Talpasolutions aus Essen sowie in Smartlane investiert, das den Logistikbereich mittels künstlicher Intelligenz effizienter machen will. In das Münchner Start-up hat auch der Bonner Investor Frank Thelen bereits investiert. Darüber hinaus managt F-Log Ventures auch den im vergangenen Jahr von Fiege übernommenen Next Logistics Accelerator, der ebenfalls verschiedene Beteiligungen an Start-ups hält.

Felix Fiege, der die Firmengruppe gemeinsam mit seinem Cousin leitet, will F-Log Ventures als eigenständigen Akteur und nicht als verlängerten Arm der eigenen Unternehmensentwicklung verstanden wissen. Als Portfolio-Unternehmen kämen daher durchaus auch Geschäftsmodelle in Betracht, die in Konkurrenz zum Kerngeschäft des Logistikdienstleisters stehen.