1. Wirtschaft
  2. Unternehmen
  3. Start-ups

Circuly bekommt von Investoren wie Neoteq Ventures 1,3 Millionen Euro

Frisches Kapital für Bielefelder Start-up : Circuly will Online-Händler zu Vermietern machen

Gründer Nick Huijs wollte per Online-Shop Kinderwagen und Kaffeemaschinen vermieten. Doch das war mit der üblichen Shop-Software ziemlich kompliziert. Also entwickelte er mit seiner Mitgründerin ein eigenes Angebot.

Da ist es wieder, dieses aktuell so häufig gehörte Wort: Kreislaufwirtschaft, oder neudeutsch: Circular Economy. Beim Start-up Circuly aus Bielefeld findet es sich sogar im Namen. Das Thema wird immer wichtiger, denn um den Klimawandel wirkungsvoll zu bekämpfen, muss die Welt ihren Ressourcenverbrauch drastisch reduzieren. Und nicht nur Konzerne, auch immer mehr Start-ups beschäftigen sich aktuell mit der Frage, wie das gelingen kann.

Zum Beispiel Circuly. Das Start-up wurde 2019 von Victoria Erdbrügger und Nick Huijs in Bielefeld gegründet. Die Software von Circuly soll es Online-Händlern ermöglichen, ihre Produkte nicht nur zu verkaufen, sondern auch zu vermieten. Können diese oder zumindest deren Materialien anschließend erneut verwendet werden, würde dies den Ressourcenverbrauch deutlich senken.

Im Rahmen einer Seed-Finanzierungsrunde konnte das Start-up nun 1,3 Millionen Euro von Investoren einsammeln – darunter unter anderem die Kölner Risikokapitalgeber Neoteq Ventures und Venista Ventures sowie der Technologiefonds OWL.

Für den erst im Oktober 2020 operativ gestarteten Risikokapitalgeber Neoteq Ventures ist das Investment eine Premiere. Circuly ist das erste Start-up, in das Neoteq investiert hat. Der Fonds wird finanziert von den Dax-Konzernen Telekom und Henkel sowie mehreren Sparkassen aus dem Rheinland. Die Region soll daher eigentlich auch den Investitionsschwerpunkt von Neoteq bilden. Doch die beiden Geschäftsführer Simon Schneider und B.J. Park hatten Beteiligungen an Start-ups aus anderen Regionen von vornherein nicht per se ausgeschlossen. Mit rund zwölf Prozent der Anteile ist man nun nach den beiden Gründern, die jeweils etwa 35 Prozent an der Firma halten, der größte Investor.

Die Circuly-Gründer lernten sich über das Accelerator-Programm der Bielefelder Founders Foundation kennen. Co-Gründer Nick Huijs hatte zuvor bereits 2017 in den Niederlanden ein eigenes Online-Mietgeschäft aufgebaut, über das man Kinderwagen und Kaffeemaschinen gegen Gebühr mieten konnte. Allerdings stieß er laut Circuly-Angaben schnell an Grenzen, weil bestehende Shop-Systeme nicht für die Vermietung von physischen Produkten gemacht seien. Die Software von Circuly ist daher als Ergänzung solcher Systeme gedacht. Erste Kunden konnte das Start-up bereits überzeugen. So setzen beispielsweise das Online-Portal Fahrrad.de und der Elektroroller-Vermieter Tier auf die Technik von Circuly. „Und natürlich arbeiten wir weiter daran, dass auch Kinderwagen vermietet werden“, sagt Gründerin Victoria Erdbrügger: „Je mehr Unternehmen die Möglichkeit anbieten, Produkte zu leihen, umso mehr können Verbraucher ihren Konsum nachhaltig verändern.“