1. Wirtschaft
  2. Unternehmen
  3. Start-ups

Börsengang: Spielzeughersteller Boxine will über Spac an die Börse - Toniebox-Erfinder

Per Spac aufs Parkett : Tonieboxen-Erfinder Boxine soll an die Börse gehen

Das Düsseldorfer Unternehmen hat in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung genommen. Die Tonieboxen sind heute fester Bestandteil vieler Kinderzimmer. Nun könnten der Weg an die Börse führen.

Mit seinen Tonieboxen hat das Düsseldorfer Unternehmen Boxine in den vergangenen Jahren große Erfolge gefeiert – und sich vom kleinen Start-up zum internationalen Anbieter entwickelt. Nun soll der nächste Schritt folgen: Boxine hat am Donnerstag angekündigt, per Spac an die Börse gehen zu wollen. Aktuell verhandele man dazu mit dem erst kürzlich an der Börse gelisteten 468 Spac.

Beim einem Spac (einer Abkürzung für „Special Purpose Acquisition Company“) wird eine leere Firmenhülle an die Börse gebracht. Mit dem dabei eingenommenen Geld wird anschließend ein Unternehmen gekauft und so durch die Hintertür an die Börse gebracht. Das Modell ist umstritten. Für Unternehmen hat es den Vorteil, dass sie deutlich schneller an die Börse gehen können als bei einem klassischen Börsengang, dessen Vorbereitung oft Monate dauert. Umgekehrt befürchten Kritiker des Modells, dass die Verantwortlichen solcher Spacs keine geeigneten Firmen finden – und so auch nicht geeignete Unternehmen den Weg an die Börse finden.

Aktuelle Geschäftszahlen hat Boxine noch nicht im Bundesanzeiger veröffentlicht. Doch zumindest in der Vergangenheit hat sich das Geschäft mit den Tonieboxen rasant entwickelt. Die Lautsprecherwürfel, auf die man kleine Figuren (“Tonies“) stellen kann, um so ein Hörspiel oder Kindermusik abzuspielen, haben zunächst die Kinderzimmer in Deutschland rasant erobert. Erst 2016 gestartet, wuchs der Umsatz inzwischen auf mehr als 100 Millionen Euro. Inzwischen versucht das Unternehmen auch, auf dem US-Markt Fuß zu fassen. Inzwischen gibt es rund 300 Figuren, darunter viele deutsche Kinderbuch-Klassiker wie „Die kleine Hexe“ oder „Das Sams“ sowie diverse Geschichten aus dem Universum des US-Unterhaltungsriesen Disney.

Sollte es zum Zusammenschluss mit dem 468 Spac kommen, wäre Boxine demnächst an der Frankfurter Börse gelistet. Laut dem Investor wird dabei eine Bewertung von rund einer Milliarde Euro nach Mittelzuflüssen angenommen. Die Eigentümer von Boxine, darunter die beiden Gründer Marcus Stahl und Patric Faßbender, sollen mit Aktien und barem Geld bezahlt werden. Insgesamt sollen 100 Millionen Euro in Boxine fließen.

  • ARCHIV - 19.06.2019, Nordrhein-Westfalen, Aachen: Günther
    Börsenpläne nach Insolvenz : Firmengründer Schuh steigt bei Aachener Elektroauto-Hersteller e.Go aus
  • Auf einen dicken Fischfang hofft jede
    Spacs : Leere Hüllen mit hohlen Versprechen
  • Telekom-Chef Tim Höttges setzt in Deutschland
    Dividende wird wohl deutlich steigen : Auch Telekom könnte Funktürme an Börse bringen

Hinter dem 468 Spac steht der Risikokapitalgeber 468 Capital – und damit die Investoren Alexander Kudlich, Ludwig Ensthaler und Florian Leibert. Diese haben sich in den vergangenen Jahren in der deutschen Gründerszene einen guten Ruf erarbeitet, Kudlich war beispielsweise jahrelang eine der zentralen Figuren beim Berliner Start-up-Investor Rocket Internet. Nach Bekanntwerden der geplanten Transaktion stieg der Wert der Aktien an der Börse zwischenzeitlich um mehr als sechs Prozent – und lag damit wieder über dem Ausgabepreis von zehn Euro.