1. Wirtschaft
  2. Unternehmen

Zum ersten Mal seit 44 Jahren: Star-Investor Warren Buffett verliert gegen die Börse

Zum ersten Mal seit 44 Jahren : Star-Investor Warren Buffett verliert gegen die Börse

Er gilt als erfolgreichster Investor der Welt: Warren Buffett. Doch nun scheint er erstmals eine Niederlage einstecken zu müssen. Denn das Ziel, dass seine Aktien stärker steigen als der Markt im Durchschnitt, scheint er diesmal nicht zu erreichen – zum ersten Mal seit 44 Jahren.

Er gilt als erfolgreichster Investor der Welt: Warren Buffett. Doch nun scheint er erstmals eine Niederlage einstecken zu müssen. Denn das Ziel, dass seine Aktien stärker steigen als der Markt im Durchschnitt, scheint er diesmal nicht zu erreichen — zum ersten Mal seit 44 Jahren.

Für seinen guten Riecher in Bezug auf Investitionen ist Warren Buffett weltbekannt, der jahrzehntelange Erfolg seiner Holding Berkshire Hathaway gibt ihm recht. Seit er das damals marode Textilunternehmen im Jahr 1965 übernommen hat und dessen Kapital in andere Sparten investierte, stieg der Wert der Beteiligungsgesellschaft über fünf Jahre immer schneller als der US-Aktienindex Standard & Poor's 500, in dem die 500 größten börsennotierten US-Unternehmen gelistet werden. Bis jetzt.

Denn wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, könnte Buffett nach Einschätzung von Analysten zum ersten Mal seit 44 Jahren dieses Ziel nicht erreicht haben. Demnach hat der S&P 500 seit 2008 bis 2013 einen Wertzuwachs von 128 Prozent verbucht, Dividenden eingeschlossen. Die Class-A-Aktien von Berkshire Hathaway kamen dagegen bis Ende September — da gab es die letzten offiziellen Zahlen — nur auf einen Zuwachs von rund 80 Prozent auf 126.766 Dollar.

"Wir sind besser, wenn uns der Wind ins Gesicht bläst"

Laut dem Bloomberg-Bericht gehen Analysten nun davon aus, dass Buffetts Holding dies auch nicht in den letzten drei Monaten des Jahres 2013 habe aufholen können. So schätze Barclays, dass die Rendite um 86 Prozent auf 131.005 Dollar gestiegen sei, die Analysten von Keefe, Bruyette & Woods gingen von 83 Prozent aus. Als Grund für den geringeren Anstieg nennt der Bericht die lockere Zinspolitik der US-Notenbank Fed und das gute Abschneiden vieler US-Unternehmen, die im S&P 500 gelistet sind.

Von Buffett und Berkshire Hathaway gibt es zu dem Bericht keine Stellungnahme, und noch ist auch kein Termin bekannt, wann die Holding ihre nächsten Zahlen veröffentlichen will. Aber Buffett selbst hatte laut Bloomberg seine Anleger schon im März in einem Brief darüber informiert, dass er und sein Partner Charles Munger ihr Ziel wohl verfehlen würden, wenn der S&P 500 weiter so eine Kurs-Rallye hinlege. "Wir sind besser, wenn uns der Wind ins Gesicht bläst", wird Buffett zitiert,

Doch auch wenn Buffett sein Ziel verfehlt haben dürfte, spricht sein Erfolg auch weiterhin für den Starinvestor. So zitiert Bloomberg einen Analysten von KBW, dass selbst dann die Anleger wohl kaum Berkshire Hathaway den Rücken zukehren würden aufgrund der guten Ergebnisse über all die Jahre. So seien etwa die Class-A-Aktien im vergangenen Jahr um 33 Prozent gestiegen, verglichen mit dem Anstieg von 30 Prozent für den S&P 500.

"Wir suchen Firmen, die wir verstehen"

Wer jahrelang in Buffetts Holding investierte, hat mit ihm ein Vermögen gemacht. So schrieb der "Stern" einmal, dass jemand, der 1965 rund 1000 Dollar in Berkshire-Hathaway-Aktien investiert hatte, heute mehr als sieben Millionen Dollar besitze. Zumal Buffett dafür bekannt ist, nur in Dinge zu investieren, die nicht zu abstrakt, sondern eher bodenständig sind. "Wir suchen Firmen, die wir verstehen", zitierte ihn etwa der "Stern". "Firmen, von denen wir wissen, dass deren Produkte auch in vielen Jahren noch genutzt werden. Wie etwa Rasierklingen."

Und so lesen sich die Investitionen Buffetts auch wie ein bunter Mix an kleinen Firmen und großen Unternehmen. Berkshire Hathaway hält etwa große Aktienpakete an Konzernen wie IBM , Coca-Cola, American Express oder der Esso-Mutter Exxon Mobil. Buffett investierte aber auch in Lokalzeitungen, sicherte sich zur Hälfte den Ketchup-Hersteller H.J. Heinz, Anteile an Versicherungen und sogar einem Eisenbahnbetreiber.

Entsprechend ist auch Buffett immer wieder in der "Forbes"-Liste der reichsten Menschen zu finden — zuletzt auf Platz 4 im Jahr 2013. Sein Vermögen wird von dem US-Magazin auf 58,5 Milliarden Dollar geschätzt.

(das)