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Neue Studie: Staatliche Unternehmen verfehlen Frauenquote

Neue Studie : Staatliche Unternehmen verfehlen Frauenquote

Frauen sind auch in den Chefetagen der staatlichen Unternehmen deutlich unterrepräsentiert. Der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten der Unternehmen von Bund, Ländern und Gemeinden liegt aktuell bei 25,1 Prozent, wie aus einer von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) vorgestellten Studie hervorgeht.

Bei Unternehmen mit Bundesbeteiligung — etwa der Bahn, der Post, der Bundesdruckerei oder der Flugsicherung — sei nur jedes fünfte Aufsichtsratsmandat mit einer Frau besetzt. In Vorständen und Geschäftsführungen erreiche der Frauenanteil dort nur 13,9 Prozent.

Die Initiative "Fidar — Frauen in die Aufsichtsräte" hatte im Auftrag Schwesigs 225 öffentliche Unternehmen untersucht. Der Frauenanteil in den Spitzenjobs der Staatsfirmen liegt demnach kaum höher als in den privaten Dax-Unternehmen.

Die Ministerin will nun den Druck auf Unternehmen wie die Bahn erhöhen. Dort ist jeweils nur eine Frau im Aufsichtsrat und im Vorstand zu finden. Bei der Post ist zudem gestern Vorstandsfrau Angela Titzrath zurückgetreten. "Man kann nicht der Wirtschaft Dinge abverlangen, die der öffentliche Bereich selbst nicht einhält", sagte Schwesig.

Sie hatte mit Justizminister Heiko Maas (SPD) den Gesetzentwurf zur Einführung einer Frauenquote unlängst vorgelegt. Demnach sollen 110 große Unternehmen ihre Aufsichtsräte ab 2016 so lange mit Frauen besetzen, bis die Quote von 30 Prozent erreicht ist. 3500 weitere Unternehmen sollen sich ab 2015 Zielgrößen geben und veröffentlichen. Auch für Bundesfirmen sollen ab 2015 strengere Regeln gelten.

Schon seit 1994, als Angela Merkel noch Frauenministerin war, schreibe ein Gesetz vor, in Bundesunternehmen jeden zweiten Spitzenposten an eine Frau zu vergeben. "Nur hat sich nie jemand daran gehalten", sagte Schwesig. Rund 15 Prozent der Aufsichtsgremien seien komplett frauenfrei, so die Studie.

Hier geht es zur Infostrecke: Frauenquote in Chefetagen - So weit hinkt Deutschland hinterher

(mar)