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Spritpreise: Mittelstandsverband fordert Senkung der Mineralölsteuer

Medienbericht : Mittelstandsverband fordert Senkung der Mineralölsteuer

Angestiegene Rohölpreise sorgen an der Tankstellenkasse für lange Gesichter. Doch nicht nur Spritpreise, sondern auch die Macht der Gewerkschaften machen dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft Sorgen.

Der Mittelstand fordert angesichts der hohen Spritpreise umgehende Entlastung für Wirtschaft und Verbraucher. „Aus Sicht des Mittelstands sollte die Mineralölsteuer temporär gesenkt und die Pendlerpauschale spürbar erhöht werden“, sagte der Chefvolkswirt des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Hans-Jürgen Völz, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstag). „Die Preisexplosion bei Treibstoffen stellt eine massive Belastung der Wirtschaft dar, die Arbeitsplätze, Wachstum und Wohlstand gefährdet“, sagte Völz. „So droht die Corona-Krise zum Jahresende, nahtlos von einer veritablen Wirtschaftskrise abgelöst zu werden, während sich um uns herum andere Staaten Europas wirtschaftlich erholen.“

Wegen rapide gestiegener Rohölpreise ist Diesel an der Zapfsäule aktuell so teuer wie noch nie, Superbenzin nähert sich seinem Allzeithoch. Ein großer Teil des Spritpreises sind Steuern und Abgaben. Die Energie- beziehungsweise Mineralölsteuer macht bei Superbenzin 65,45 Cent pro Liter aus, bei Diesel sind es 47,07 Cent. Dazu kommt die Mehrwertsteuer.

Mittelstands-Ökonom Völz sorgt sich auch davor, dass Gewerkschaften höhere Tarifabschlüsse durchsetzen könnten. „Schon jetzt ist erkennbar, dass zeitverzögert an die Verbraucher weitergegebene Mehrkosten für Transport, Heizen und Material zu höheren Lohnforderungen führen werden“, sagte er. „Die Lohn-Preis-Spirale jedenfalls ist schon in Gang gesetzt.“ Währungshüter sprechen in diesem Zusammenhang von einem „Zweitrundeneffekt“: Wenn steigende Inflation zu höheren Tarifabschlüssen und damit Lohnkosten führt, kann dies wiederum die Teuerung anheizen.

(peng/dpa)