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Klüngel-Affäre: Sparkassenmanager im Visier

Klüngel-Affäre : Sparkassenmanager im Visier

Düsseldorf (RP). Die Staatsanwaltschaft ermittelt in der Affäre um den umstrittenen Beratervertrag für den zurückgetretenen Kölner Bürgermeister Josef Müller (CDU) auch gegen zwei Düsseldorfer.

Ins Visier der Kölner Ermittler sind der ehemalige Chef der Düsseldorfer Stadtsparkasse, Hans Schwarz, und der Geschäftsführer der Sparkassentochter Equity Partners, Carsten Schmeding, geraten. Laut Oberstaatsanwalt Günther Feld besteht der Anfangsverdacht auf Beihilfe zu Untreue.

Nach Informationen der Rheinischen Post soll Schwarz auf Vorschlag des früheren Chefs der Stadtsparkasse Köln-Bonn, Gustav-Adolf Schröder, einen Beratervertrag zugunsten von Müller veranlasst haben, den Schmeding unterschrieben hat. Dabei ging es angeblich um ein Honorar von 300 000 Euro, das der Kölner Kommunalpolitiker zwischen 2001 und 2003 ohne eine Gegenleistung bezogen haben soll. Schmeding war damals Geschäftsführer der Düsseldorfer Sparkassentochter S-Kapitalbeteiligungsgesellschaft (SKGB). Die Düsseldorfer Sparkasse stellte den den Kölnern den Betrag anschließend in Rechnung. Nach Aussage von Oberstaatsanwalt Feld ist den in Verdacht geratenen Düsseldorfern schriftlich mitgeteilt worden, dass gegen sie ermittelt würde.

Sparkassenchef Peter Fröhlich hatte am Montag vergangener Woche während einer Sitzung des Verwaltungsrates erfahren, dass der Skandal um den Kölner Sparkassenklüngel auch nach Düsseldorf spiele. Die Vereinbarung zwischen den damaligen Kölner und Düsseldorfer Sparkassenchefs war in der Landeshauptstadt am Aufsichtsgremium vorbeigegangen. Fröhlich reichte das von seiner Revision zusammengestellte belastende Material an die Kölner Staatsanwaltschaft weiter.

In Zukunft sollen Beraterverträge für politische Mandatsträger und Verwaltungsratsmitglieder dem Aufsichtsgremium der Sparkasse zur Genehmigung vorgelegt werden.

(RP)