Zwei Großprojekte nicht abgeschlossen: Solar Millennium meldet Insolvenz an

Zwei Großprojekte nicht abgeschlossen : Solar Millennium meldet Insolvenz an

Wenige Tage nach dem Berliner Solarzellenhersteller Solon hat nun auch der Solarkraftwerkshersteller Solar Millennium aus Erlangen seine Zahlungsunfähigkeit bekanntgegeben.

Das Unternehmen habe am Mittwoch Insolvenzantrag beim Amtsgericht Fürth gestellt, teilte Solar Millennium mit. Begründet wird der Schritt damit, dass zwei Großprojekte bisher nicht abgeschlossen werden konnten und dies zu Zahlungsschwierigkeiten führte.

Zum einen habe es Verzögerungen beim Verkauf des US-Geschäfts an die Solarhybrid AG aus dem Sauerland gegeben. Zwar seien wesentliche Verträge unterschrieben worden, allerdings sei nach einer ersten Zahlung kein weiteres Geld mehr geflossen.

"Der Verkauf ist bisher nicht abgeschlossen worden", erklärte Solar-Millennium-Sprecher Hans Obermeier. Das habe "gravierende Auswirkungen" auf die Zahlungsfähigkeit der Solar Millennium. Hinzu komme, dass für das Projekt Ibersol bisher kein Investor gefunden worden sei. Das Solarthermie-Kraftwerk hätte bis Ende 2013 in Spanien errichtet werden sollen.

"Beide Projekte sind damit aber nicht hinfällig", sagte Obermeier. Inwiefern sie unter einem Insolvenzverwalter abgeschlossen werden können, konnte der Sprecher nicht sagen. Wer vorläufiger Insolvenzverwalter von Solar Millennium wird, soll noch am Mittwoch bekannt werden.

Das Erlanger Unternehmen war in den vergangenen Monaten mehrmals in die Schlagzeilen geraten, unter anderem, weil Ex-Vorstandschef Utz Claassen für seine nur 74 Tage dauernde Amtszeit Schadenersatz in Millionenhöhe vom Unternehmen fordert, Solar Millennium umgekehrt dessen Antrittsprämie in Höhe von rund neun Millionen Euro zurück haben will. Ein entsprechendes Zivilverfahren ist noch nicht abgeschlossen.

Mitte September hatte dann Firmengründer Hannes Kuhn sein Mandat als Aufsichtsrat niedergelegt, Anfang Oktober folgte der Vorstandsvorsitzende Christoph Wolff. Von der Insolvenz sind laut Unternehmenssprecher Obermeier rund 60 Mitarbeiter betroffen.

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(AFP)