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Von Dienstwagen bis Sekretärin: So belohnen Konzerne ihre Betriebsräte

Von Dienstwagen bis Sekretärin : So belohnen Konzerne ihre Betriebsräte

Betriebsräte und Gewerkschafter in mitbestimmten deutschen Konzernen haben große Macht. Vorstands-Personalien, Milliarden-Investitionen, Stellenabbau – ohne die Arbeitnehmer-Vertreter im Aufsichtsrat läuft nichts. Sie stellen zwar nur die Hälfte der Kontrolleure. Doch sie können Pläne öffentlich machen, verzögern und blockieren. Das haben viele Unternehmen erkannt und gehen mit den Spitzen der Arbeitnehmer sehr fürsorglich um. Büro, Sekretärin, Dienst-Handy, regelmäßige Essen mit den Vorständen sind Standard.

Betriebsräte und Gewerkschafter in mitbestimmten deutschen Konzernen haben große Macht. Vorstands-Personalien, Milliarden-Investitionen, Stellenabbau — ohne die Arbeitnehmer-Vertreter im Aufsichtsrat läuft nichts. Sie stellen zwar nur die Hälfte der Kontrolleure. Doch sie können Pläne öffentlich machen, verzögern und blockieren. Das haben viele Unternehmen erkannt und gehen mit den Spitzen der Arbeitnehmer sehr fürsorglich um. Büro, Sekretärin, Dienst-Handy, regelmäßige Essen mit den Vorständen sind Standard.

Eon stellt zudem einem Teil der Betriebsräte Dienstwagen zur Verfügung, im Ausnahmefall auch mit Fahrer. Reisen ohne dienstlichen Anlass habe der Konzern aber nie finanziert, betonte der Sprecher. Bei RWE winken Betriebsräten attraktive Aufstiegsmöglichkeiten. So stieg vor einem Jahr Konzernbetriebsratschef Uwe Tigges zum Personalvorstand auf. Sein Vorgänger Alwin Fitting hatte zuvor die gleiche Karriere gemacht und kam zuletzt auf ein Jahresgehalt von 1,5 Millionen Euro. Der Konzern begründet solche Beförderungen mit dem Personal-Knowhow, das die Betriebsrats-Chefs mitbringen.

Teilweise kriminelle Dimensionen

In ganz anderen, nämlich kriminellen Dimensionen bewegte sich die Fürsorge bei Volkswagen. Der Autobauer hatte Betriebsrats-Chef Klaus Volkert über Jahre Lustreisen und eine Prostituierte aus Brasilien bezahlt. Auch andere Betriebsräte kamen in den Genuss solcher Zuwendungen. Bei einem Gelage flog die Sache auf, 2008 wurde Volkert zu einer Haftstrafe verurteilt. Der verantwortliche VW-Personalvorstand Peter Hartz, der sich später die Kürzung der Sozialleistungen ("Hartz IV") ausdachte, erhielt eine Bewährungsstrafe.

Kriminell, wenn auch weniger unappetitlich war die Landschaftspflege bei Siemens. Der Elektronikkonzern finanzierte seit den 1990er Jahren mit Millionen die "Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger" (AUB). Damit hielt sich Siemens quasi eine eigene Gewerkschaft, die die Macht der IG Metall brechen sollte. Doch auch dies flog auf, AUB-Chef Wilhelm Schelsky wurde 2008 zu einer Haftstrafe verurteilt.

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(RP)