Fusion Signal Iduna und Deutscher Ring gehen zusammen

Hamburg · Auf dem Krankenversicherungsmarkt erscheint ein neuer Riese: Die Versicherungsgruppe Signal Iduna und die Krankenversicherungssparte des Deutschen Rings wollen sich zusammenschließen. Mit mehr als 5,2 Milliarden Euro Beitragseinnahmen wird der neue Konzern zu den Top 10 der Erstversicherer in Deutschland gehören.

Dies teilten die Vorstandsvorsitzenden beider Unternehmen am Montag in Hamburg mit. Ziel sei, die Vertriebskräfte zu bündeln. Den Abbau von Arbeitsplätzen schlossen die Vorstände aus. Auch für die Kunden ändere sich nichts.

Der neue Konzern, in dem der Hamburger Deutscher Ring Krankenversicherungsverein und die in Hamburg und Dortmund ansässige Signal Iduna gleichberechtigt vertreten sind, soll am 1. April an den Start gehen. Den Aufsichträten liegen entsprechende Empfehlungen der Vorstände vor, wie es hieß.

Der Deutscher Ring Krankenversicherungsverein wird als vierte Obergesellschaft in die Signal Iduna Gruppe eingegliedert, zu der außerdem die Signal Krankenversicherung, die Iduna Lebensversicherung sowie die Signal Unfallversicherung gehören. Die Ring-Vorstände werden Mitglieder im Signal-Iduna-Vorstand und umgekehrt. Das Unternehmen werde insgesamt rund 12.500 Mitarbeiter und mehr als 13 Millionen Kunden und Verträge umfassen, wie die Konzernchefs ausführten. Für die Kunden ändere sich nichts: Beide Krankenversicherungen bleiben getrennt nebeneinander bestehen.

"Mit dem Zusammenschluss werde beide Unternehmen ihre Marktposition stärken", sagte der designierte Chef des neuen Konzerns und Signal-Iduna-Vorstandsvorsitzende Reinhard Schulte. Das wichtigste Argument sei die Stärkung der Vertriebskraft. Dabei ergänzten sich die Unternehmen ebenso wie bei den Zielgruppen: So erziele der Deutsche Ring mehr als 80 Prozent der Neuabschlüsse über Makler und freie Vertriebe und sei vor allem bei Privatkunden stark. Signal Iduna mache hingegen den Großteil des Geschäfts im Bereich der Ausschließlichkeit, vor allem bei Handwerk, Handel und Gewerbe.

Auch sollen beide Standorte von dem Zusammenschluss profitieren. "Der Zusammenschluss zielt nicht auf Kosteneffizienz sondern auf Stärkung ab", sagte der Vorstandschef des Deutscher Ring Krankenversicherungsvereins, Wolfgang Fauter. "Ich sehe eher noch einen Wachstumsschub." Fauter soll in dem neuen Unternehmen stellvertretender Vorstandsvorsitzender werden.

Der Zusammenschluss ist auch vor dem Hintergrund eines Kampfs innerhalb des Deutschen Rings (DR) zu sehen. Während der Krankenversicherungsverein selbstständig ist, gehören die beiden Sparten DR Lebens- und Sachversicherung zu 100 Prozent der Schweizer Baloise-Holding. Vorstandschef aller drei Sparten war bis November Fauter - dann setzte ihn die Baloise-Gruppe ab. Weil sie ihre Deutschlandgeschäfte nach eigenen Angaben bündeln will, setzte sie den Vorstand ihrer in Bad Homburg sitzenden Basler Versicherungen an die Spitze der DR Leben und Sach. Die Belegschaft in Hamburg fürchtet seither einen massiven Stellenabbau.

Baloise erklärte am Montag, der Zusammenschluss der DR Kranken mit Signal Iduna ändere nichts an der Strategie, in Deutschland zu wachsen. Die DR Leben und Sach stünden nicht zum Verkauf.

(AP/RPO)