Viele Bereiche Was alles zum Signa-Imperium gehört

Düsseldorf · Das Geschäft besteht aus vielen kleinen Bereichen, die auf mehrere Gruppen und Gesellschaften verteilt sind. Eines davon ist die insolvente Firma Sportscheck, deren Verkauf vorerst auf Eis liegt.

 Das Alsterhaus in Hamburg gehört zu den Luxuskaufhäusern im Signa-Portfolio.

Das Alsterhaus in Hamburg gehört zu den Luxuskaufhäusern im Signa-Portfolio.

Foto: dpa/Marcus Brandt

Nur ein paar Stunden hat es nach dem Insolvenzantrag des Sportartikelhändlers Sportscheck gedauert, bis die britsche Modekette Fraser’s von ihrem Rücktrittsrecht Gebrauch machte. Fraser’s wollte Sportscheck der mittlerweile insolventen Signa-Gruppe abkaufen, stellt das aber vorerst zurück. Womit ein Kauf noch nicht vom Tisch ist, weil die Briten Sportscheck für „ein attraktives Gut in einem der wichtigsten europäischen Sportmärkte“ halten. Aber vielleicht wird’s jetzt preiswerter für den potenziellen Käufer von der Insel.

Einstweilen fällt Sportscheck sozusagen ins Firmenkonstrukt des René Benko zurück, das nicht gerade durch große Transparenz und Überschaubarkeit auffällt. Die Übersicht über ein Imperium, das jetzt keines mehr ist:

Immobilien Das Immobiliengeschäft gliedert sich in vier Teile: Erstens: die Signa Prime Selection mit Luxusimmobilien in Österreich, Italien und Deutschland. Hierzulande liegen 13 Objekte in Berlin, Hamburg, München und Düsseldorf, wo das Carsch-Haus umgebaut wird, was aber derzeit genauso stockt wie der Elbtower-Bau in Hamburg, wo der Milliardär Klaus-Michael Kühne einspringen könnte. Signa sieht den Wert des Portfolios bei 20 Milliarden Euro; ob das angesichts gefallener Preise noch stimmt, ist fraglich.

Zweitens: die Signa Development Selection, Projektentwicklerin des Konzerns. Sie betreibt aktuell fünf Großprojekte in Deutschland, darunter drei in Berlin. In der Hauptstadt sollte Signa auch Bauträger für das Hochhaus Mynd am Alexanderplatz werden, doch da hat der Eigentümer Commerz Real den Vertrag gekündigt und das Bauunternehmen Züblin beauftragt. Die Entwicklungstochter hat keine Insolvenz angemeldet, zunächst bleibt alles beim Alten.

Drittens: Signa RFR US Selection, das amerikanische Gegenstück zur Prime Selection. Darin steckt bisher aber nur das Chrysler Building, der Wolkenkratzer in Manhattan; dass weitere Immobilien folgen, erscheint nach der Insolvenz der Holding fraglich.

Viertens: vier Luxushotels in Venedig, Wien, in Voralberg und am Gardasee.

Retail Signas Handelsgeschäft ist in vier Teilbereichen gebündelt:

Erstens: Signa Premium mit den in der KaDeWe-Group vereinten Luxuskaufhäusern Oberpollinger (München), KadeWe (Berlin), Alsterhaus (Hamburg) sowie der Schweizer Warenhauskette Globus. Der Teil gehört zu den Geschäftsfeldern, die die besten Überlebenschancen haben, weil sich im Kaufhaus-segment Luxus gut vermarkten lässt.

Zweitens: Signa Development Store mit Galeria – und eben Sportscheck. Der Sportartikelhersteller hat am Donnerstag Insolvenz angemeldet, beim Warenhausbetreiber Galeria befürchten das manche Experten für das kommende Jahr auch wieder.

Drittens: das Food-Geschäft von Signa Food & Restaurants, der wohl unbedeutendste Teil des Retailgeschäfts. Womöglich sei der auch leichter zu verkaufen, glauben Branchenkenner. Er bringt aber auch weniger Geld.

Viertens: Zum Retail-Bereich wurde auch die in der Insolvenz befindliche Signa Sports United (SSU) gezählt, zu der beispielsweise eine ganze Reihe von Online-Anbietern gehört. Als die Signa Holding den Geldhahn zudrehte und eine geplante Zahlung von 150 Millionen Euro ausblieb, zog die SSU ihre Tochter Internetstores mit in die Insolvenz – und damit über 30 Marken, die bei Käufern im Netz sehr bekannt sind, wie etwa der Bike-Anbieter Fahrrad.de (mit Stores in  Düsseldorf, Berlin, Stuttgart, Dortmund und Hamburg). Auch der Spezialversender Tennis-Point musste Insolvenz anmelden, anders als der Teamsportanbieter Outfitter, der rechtzeitig aus der Sports-United-Gruppe heraus verkauft wurde.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort