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Siemens-Personalchefin kommt aus Viersen

International erfahren : Siemens-Personalchefin kommt aus Viersen

Judith Wiese war beim US-Konzern Mars und beim niederländischen Chemiekonzern DSM. Nun geht sie zu Siemens und folgt auf Janina Kugel.

Gut ein halbes Jahr nach dem Abgang von Janina Kugel hat Siemens eine Nachfolgerin für den Posten der Personalchefin gefunden. Judith Wiese übernimmt zum 1. Oktober die Aufgabe als Arbeitsdirektorin und Vorstandsmitglied. Darüber hinaus werde die 49-Jährige den Bereich Global Business Services führen.

Judith Wiese ist ein Kind des Rheinlands. Geboren im westfälischen Lüdenscheid, kam sie als junge Gymnasiastin mit ihrer Familie nach Viersen. „Ihr flog immer alles zu“, sagt ihre Mutter. Als Schülerin war Wiese mit einem Stipendium in den USA. Nach dem Ökonomie-Studium in Duisburg und Rotterdam arbeitete sie viele Jahre für den Nahrungsmittelkonzern Mars, der in Viersen ein Werk hat. Dort hatte Wiese bereits während der Semesterferien gearbeitet. Die meiste Zeit ihres bisherigen Berufslebens hat sie im Ausland verbracht: Für Mars war sie in Belgien und den Vereinigten Staaten. 2017 wechselte sie zum niederländischen Chemiekonzern DSM nach Limburg, wo sie Personalchefin ist. Judith Wiese ist verheiratet und hat zwei Kinder.

„Unter der Leitung von Frau Wiese wird Siemens die neuen Formen der Zusammenarbeit für das digitale Zeitalter konsequent weiterentwickeln und ausbauen“, kündigte Aufsichtsratschef Jim Hagemann Snabe an. Wiese ist die erste Vorstandspersonalie, die der künftige Siemens-Chef Roland Busch auf den Weg bringt. Busch wurde bereits im Frühjahr zum Nachfolger von Siemens-Chef Joe Kaeser berufen. Spätestens 2021 will sich der Niederbayer von der Siemens-Spitze zurückziehen. Nach dem Abgang der Vorstände Janina Kugel (Personal), Lisa Davis (Energie) und Sabrina Soussan (Mobility) drohte Siemens, wieder ein von Männern beherrschter Konzern zu werden.

Nun kommt mit Wiese eine deutschsprachige Frau mit viel internationaler Erfahrung. Die Herausforderung ist groß: Siemens bringt im Herbst die Energiesparte (90.000 Mitarbeiter) an die Börse. Die IG Metall hofft auf gute Zusammenarbeit. Man erwarte von Wiese, „dass sie den eingeschlagenen Kurs ihrer Vorgängerin im Sinne einer konstruktiven Zusammenarbeit fortsetzt, die Mitbestimmung respektiert und auf Beteiligung achtet“, sagte Jürgen Kerner, der für die Gewerkschaft im Aufsichtsrat sitzt.

(anh/dpa)