Siemens AG liefert der Bahn AG einen ICE mehr

17. Zug bestellt : Siemens liefert der Bahn einen ICE mehr

Der Elektrokonzern Siemens baut für die Deutsche Bahn einen neuen ICE-Zug mehr als ursprünglich vereinbart.

Vor wenigen Tagen sei "die Lieferung eines 17. Zuges vertraglich fest verankert worden", sagte Bahnchef Rüdiger Grube am Dienstagabend bei einem Empfang in Berlin.

Die Bahn hatte zunächst 16 ICE des Typs Velaro D bestellt. Sie sollten Ende 2011 einsatzbereit sein, die Lieferung verzögerte sich aber immer wieder. Seit Dezember 2013 sind die ersten vier der neuen ICE im Betrieb. "Weitere vier Züge liefert Siemens bis April", sagte Grube. Er sprach von einem "kleinen Lichtblick, von dem unsere Fahrgäste spürbar profitieren werden".

Erst kurz vor Weihnachten hatte Siemens mit zwei Jahren Verspätung die Zulassung für die neuen ICE-Züge für die Deutsche Bahn vom Eisenbahn-Bundesamt bekommen. Zuvor waren im November zwei Züge zu Testzwecken an die Bahn gegangen. Anschließend wurden zwei weitere Züge für den Inlandsverkehr an den bundeseigenen Konzern übergeben. Grube hatte darauf gedrungen, dass Siemens die noch ausstehenden Züge rasch liefert.

Für den grenzüberschreitenden Verkehr nach Belgien und Frankreich stand die Genehmigung allerdings noch immer aus. Nach Auffassung von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) kann die Bahn mit den neuen ICE ihre Flotte vergrößern und weiter modernisieren. "Das sind positive Signale für die Bahnreisenden", erklärte er.

Eigentlich hätten alle der 16 zunächst bei Siemens bestellten neuen Hochgeschwindigkeitszüge schon seit Dezember 2011 durch Deutschland fahren sollen. Aber das Eisenbahn-Bundesamt hatte sie wegen neuer Auflagen und ungeklärter technischer Fragen bei Bremsen, Radsatzgestellen und Klimaanlagen zunächst nicht zugelassen.

Siemens hatte daraufhin versprochen, die ersten acht Züge im Dezember 2012 auszuliefern. Der Konzern verhandelte mit der Bahn über Schadenersatz oder einen Gratis-ICE im Wert von gut 30 Millionen Euro. Aber auch dieser Termin platzte: Bei der Übernahmeprüfung im November 2012 wurden Softwarefehler in der Zugsteuerung entdeckt. Der neue Siemens-Chef Joe Kaeser hatte die Verzögerungen kürzlich eine "Mega-Peinlichkeit" genannt, die es künftig zu vermeiden gelte.

(dpa)