Zuckerberg vertraut Sheryl Sandberg: Sie lässt Facebook die Milliarden scheffeln

Zuckerberg vertraut Sheryl Sandberg : Sie lässt Facebook die Milliarden scheffeln

Ohne diese Frau wäre Facebook wohl nicht mehr als eine Internetseite. Sheryl Sandberg ist attraktiv, blitzgescheit und die Frau, die Mark Zuckerberg jetzt zum mehrfachen Milliardär macht. Ihre Karriere ist ähnlich atemberaubend wie die des sozialen Netzwerks, das nun zum Börsenstar avanciert.

Manchmal lässt sie einen glauben, sie könnte mit ihrem Lächeln einfach alles schaffen. Mitarbeiter und Branchenkenner schwärmen von ihr. Sie sei loyal, wortgewandt, mitfühlend, aber auch die Frau mit dem Sinn fürs Geschäft. "Sie ist der Erwachsene im Raum", zitierte die "Financial Times Deutschland" kürzlich einen Insider. Facebook sei seitdem nicht mehr nur irgendein 27-Jähriger, sondern auch diese wunderbare, strahlende Frau mit allerbesten Zeugnissen.

"Chief Operating Officer" mit zwei Kindern

Sheryl Sandberg - die Frau, die Facebook zur Geldmaschine werden lässt. Die 42-jährige Mutter von zwei Kindern ist als "Chief Operating Officer" dafür zuständig, dass die Zahlen stimmen und das Geschäft wächst - das was die Börse eben gerne hört. Sie sorgt mit dem Sinn fürs Praktische dafür, dass die Visionen von Gründer Mark Zuckerberg in die Realität umgesetzt werden. Und zwar bittesehr mit Gewinn.

Freilich hat ihr Ideenreichtum mehr Ärger als Freude ausgelöst. So soll Sandberg den berühmten "Gefällt mir"-Button erfunden haben, mit dem Facebook die Vorlieben seiner Nutzer so gut kennenlernen - und vermarkten kann.

"Erwachsenenaufsicht"

Jungunternehmer Zuckerberg verpflichtete die langjährige Google-Managerin im Frühjahr 2008 - als eine Art "Erwachsenenaufsicht", um ein Geschäftsmodell aufzubauen und das Unternehmen in die Zukunft zu steuern. Sandberg war damals bereits ein Top-Star und kam nicht von irgendwoher: In den 90ern arbeitete sie mit gerade einmal 29 Jahren als Stabschefin im Finanzministerium der Clinton-Administration, seit dem Jahr 2000 war sie bei Google für das ertragsträchtige Werbegeschäfgt zuständig.

Dort wollte sie später aus der Führungsposition im Online-Geschäft ins Top-Management aufsteigen. Dies sei ihr jedoch verwehrt geblieben, wie Google-Kenner Ken Auletta im "New Yorker" schrieb. So war sie offen für neue Herausforderungen, als sie auf Zuckerberg traf.

Von 66 Millionen auf 845 Millionen

Das geschah im Frühjahr 2008 - das Netzwerk hatte gerade einmal rund 66 Millionen Mitglieder. Jetzt sind es laut Börsenprospekt 845 Millionen. Dass Facebook diesen Sprung scheinbar mühelos bewältigte, ist entscheidend Sandbergs Verdienst. "Ohne sie wären wir nicht vollständig", sagte Zuckerberg in einem Sandberg-Porträt des Magazins "Businessweek". Sandberg bekannte dort freimütig, dass er sie schon beim Weinen im Job trösten musste.

Laut Börsenprospekt war Sandberg im vergangenen Jahr Facebooks Spitzenverdienerin. Ihr Basisgehalt lag zwar bei "nur" 296.000 Dollar plus 86.000 Dollar Bonus. Doch sie bekam zusätzlich ein großes Aktienpaket, dessen Wert mit 30,5 Millionen Dollar berechnet wurde.

Wirtschaftsprofessor Lawrence Summers als Mentor

Sandberg wuchs in Miami als Tochter einer Englischlehrerin und eines Augenarztes auf. An der Elite-Uni Harvard machte die Studentin Anfang der 90er Jahre den damaligen Wirtschaftsprofessor Lawrence Summers auf sich aufmerksam. Er nahm sie nach dem Abschluss zur Weltbank mit. Als Summers unter Präsident Bill Clinton 1999 zum US-Finanzminister berufen wurde, nahm er sie mit ins Ministerium. Nachdem die Demokraten die Präsidentenwahl verloren hatten, ging sie zu Google.

"Wenn sie wollte, könnte sie Chefin bei jedem Unternehmen sein", sagte Zuckeberg der "Businessweek". Der Gründer und die Managerin haben auch etwas aus der Harvard-Zeit gemeinsam: So wie mehr als ein Jahrzehnt später Zuckerberg schaffte es auch Sandberg seinerzeit, das Computersystem der Elite-Uni zum Absturz zu bringen. Sie wollte zu viele Daten für ein Studienprojekt über Gewalt gegen Frauen durchrechnen lassen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Sheryl Sandberg - Facebooks Frau fürs große Geld

(dpa)
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