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Überkapazitäten beim Autozulieferer: Schaeffler kippt 750 Jobs in Wuppertal

Überkapazitäten beim Autozulieferer : Schaeffler kippt 750 Jobs in Wuppertal

Eigentlich hatte die Firma Schaeffler den Mitarbeitern im Werk in Wuppertal-Varresbeck einen bis 2016 gesicherten Arbeitsplatz zugesagt. Doch nun hat der Wälzlagerhersteller den Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung zum Jahresende gekündigt. 750 der 1500 Arbeitsplätze im Schaeffler-Werk stehen wohl vor dem Aus.

Seit April, als die Pläne bekanntwurden, hatten Betriebsrat und IG Metall versucht, eine Lösung zu finden. Doch Schaeffler blieb hart. Das Werk sei nicht mehr ausgelastet, weltweit gebe es Überkapazitäten bei Großlagern für Druck- und Papiermaschinen und Windkrafträder. Beim Bundesverband WindEnergie ist man verwundert: "Die Nachfrage nach Windenergie ist in Deutschland stabil und weltweit stark steigend."

Die Arbeitnehmervertreter vermuten daher andere Gründe. "Die Produkte werden aus Deutschland abgezogen und nach Osten verlagert", sagt Torsten Lankau, Verhandlungsführer der IG Metall. In Russland plant Schaeffler ein Werk, auch in Rumänien hat man einen Standort. Ein Schaeffler-Sprecher sagt, dass sich die optimistischen Planungen der Märkte für Großlager nicht erfüllt hätten. Lankau sagt: "Die Beschäftigten müssen für Managementfehler haften."

Bereits 2008, als das Unternehmen durch die Übernahme des größeren Zulieferers Continental in finanzielle Schwierigkeiten geriet, hatten die Beschäftigten Zugeständnisse gemacht. Gesellschafterin Maria-Elisabeth Schaeffler hatte Tränen in den Augen, als sie den Mitarbeitern für die Unterstützung dankte.

In Wuppertal leistet seitdem jeder Mitarbeiter unentgeltlich fünf Stunden Mehrarbeit pro Woche — sogar bis zum Jahresende, obwohl ihnen der Wegfall der Arbeitsplätze droht. Betriebsratsvorsitzende Stefanie Schmitz sagt enttäuscht: "Als es um das Überleben ging, haben die Mitarbeiter ihren Beitrag geleistet. Heute zählt das alles nichts mehr."

(RP)