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150 Millionen Euro: Sachsen beschließt Rettungspaket für Qimonda

150 Millionen Euro : Sachsen beschließt Rettungspaket für Qimonda

Dresden (RPO). Das Land Sachsen ist unter bestimmten Bedingungen bereit, dem angeschlagenen Chiphersteller Qimonda mit einem Darlehen von 150 Millionen Euro unter die Arme zu greifen. Voraussetzung sei, dass sich der Mutterkonzern Infineon mit weiteren 150 Millionen Euro in bar an der Sanierung von Qimonda beteilige

Dies sagte Wirtschaftsminister Thomas Jurk (SPD) am Dienstag in Dresden. Nötig seien ferner weitere Investitionen und eine Bestandsgarantie für die Fertigung in Dresden. Nähere Angaben dazu wurden nicht gemacht.

Die sächsische Regierung rief die Konzernspitze von Infineon auf, das Angebot anzunehmen. Er habe Konzernchef Peter Bauer bereits über den Kabinettsbeschluss unterrichtet, erklärte Jurk. Ziel sei es, nach der bereits angekündigten Entlassung von rund 1.000 Beschäftigten die verbliebenen etwa 2.000 Arbeitsplätze bei Qimonda in Dresden zu retten. Mittelfristig könnten dort wieder 480 neue Stellen entstehen.

Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) betonte, "nur gemeinsam mit dem Eigentümer Infineon ist eine Hilfe für Qimonda möglich." Er verwies zugleich auf die Bedeutung von Qimonda für den gesamten Standort Dresden. "Wir dürfen nicht zulassen, dass das Wissen zur Fertigung von Computerspeichern Sachsen und Europa verloren geht." Europa habe schon häufiger Innovationen wie den MP3-Player entwickelt, die Vermarktung und Produktion und die damit verbundenen Arbeitsplätze aber an Länder außerhalb Europas verloren.

Sachsen sieht Möglichkeiten ausgeschöpft

Der IG Metall-Chef von Sachsen, Olivier Höbel, forderte, die Infineon AG müsse sich nun ihrer Verantwortung stellen. Dazu gehöre auch eine Bestandsgarantie für am Standort neu entwickelte Technologien. Dresden gilt als der bedeutendste europäische Mikroelektronik-Standort.

Qimonda hat ein neues Verfahren entwickelt, bei dem es um Chips mit einem besonders geringen Energieverbrauch geht. Tillich nannte diese "buried Worldline"-Technologie einzigartig in der Welt. Die Landesregierung erklärte weiter, sie sei mit dem Darlehen an die Grenze auch der rechtlichen Möglichkeiten gegangen. Das Kabinett könnte bereits nächsten Dienstag das Betriebsmitteldarlehen beschließen. Nötig wäre dann noch die Genehmigung der EU-Kommission.

Das Land Sachsen hatte bereits vorab deutlich gemacht, dass es am Erhalt des Qimonda-Werkes in Dresden großes Interesse hat. Nach Medienberichten hatte Infineon bei den Verhandlungen zuletzt Bereitschaft erkennen lassen, sich mit 50 Millionen Euro an einer Rettung zu beteiligen.

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Qimonda hatte wegen massiver finanzieller Probleme die Landesregierung in Dresden um Hilfe gebeten. Infineon versucht seit längerem seine Tochter zu verkaufen, hält derzeit aber noch mehr als drei Viertel der Anteile an dem Hersteller von Speicherchips.

(AP)