Ryanair: Deutsche Piloten brechen Tarifverhandlung ab

Streiks drohen : Deutsche Piloten brechen Tarifverhandlung mit Ryanair ab

In Deutschland droht ein Streik der Ryanair-Piloten. Hintergrund sind Tarifverhandlungen. Die Gewerkschaft hat die Gespräche dazu abgebrochen.

In Deutschland drohen Streiks der Ryanair-Piloten - möglicherweise noch mitten in der Sommerzeit. Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) habe die Tarifverhandlungen mit der irischen Billigfluggesellschaft abgebrochen und bereite nun eine Urabstimmung über Streiks vor, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Er bestätigte damit Berichte des Branchenportals airliners.de.

VC entschied dem Sprecher zufolge am Dienstag, die Verhandlungen abzubrechen und begründete den Schritt mit dem Verhalten der Airline-Vertreter. Über ein halbes Jahr sei versucht worden, "konstruktiv zu verhandeln", jedoch habe Ryanair auf die jüngsten zwei Terminvorschläge nicht reagiert. Auch in den Gesprächen davor habe VC nicht das Gefühl gehabt, dass Ryanair an "konstruktiven Lösungen interessiert" oder willens gewesen sei, Tarifverträge abzuschließen.

Die Urabstimmung soll nun bis Ende Juli laufen - Streiks sind also bereits im August und damit mitten in der Ferienzeit möglich. In der Zwischenzeit stehe VC "für Sondierungen bereit" und könne sich auch einen Wiedereinstieg in die Gespräche vorstellen, sagte der Gewerkschaftssprecher.

Bei Ryanair hatte es im Dezember einen kurzen Ausstand gegeben - es war der erste Streik in Deutschland bei dem Billigflieger überhaupt. Ryanair sieht sich seit längerem Vorwürfen ausgesetzt, seine Mitarbeiter deutlich schlechter zu bezahlen als andere Billigfluggesellschaften. Erst im vergangenen Jahr hatte sich Ryanair nach langem Druck grundsätzlich bereit erklärt, Gewerkschaften anzuerkennen.

(felt/AFP)
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