Wachstumsprognose reduziert: RWI erwartet langsame Wirtschafts-Erholung

Wachstumsprognose reduziert: RWI erwartet langsame Wirtschafts-Erholung

Essen (RPO). Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) rechnet nur mit einer zögerlichen Konjunkturbelebung in Deutschland. Für das laufende Jahr reduzierte das Institut seine Wachstumsprognose auf 1,4 Prozent.

Im Dezember waren die Forscher noch von einem Anstieg um 1,6 Prozent ausgegangen. Wie aus der am Mittwoch veröffentlichten RWI-Konjunkturprognose weiter hervorgeht, erwartet das Institut für 2011 eine Zunahme des Bruttoinlandsproduktes um 1,6 Prozent.

Nach Ansicht des RWI kommen die Impulse zunächst vor allem vom Außenbeitrag. Die Exporte werden 2010 um 7,6 Prozent und 2011 um 5,6 Prozent steigen. Zugleich legen die Importe um 6,1 und 3,7 Prozent zu. Damit ergibt sich ein Wachstumsbeitrag der Außenwirtschaft von 0,9 Prozentpunkten in diesem und von 1,0 Prozentpunkten im kommenden Jahr.

2011 wird nach RWI-Einschätzung voraussichtlich auch die Inlandsnachfrage wieder an Kraft gewinnen. Nach einem Rückgang des privaten Verbrauchs im laufenden Jahr um 0,3 Prozent werde er im kommenden Jahr um 0,4 Prozent steigen. Aufgrund der schwachen Nachfrage dürfte die Teuerungsrate mit 0,8 Prozent in 2010 und 1,1 Prozent in 2011 moderat ausfallen, hieß es weiter.

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Mit Blick auf den Arbeitsmarkt rechnen die Forscher nur mit einer leichten Verschlechterung der Lage. Die Zahl der Arbeitslosen wird im Jahresschnitt 2010 bei 3,475 Millionen und 2011 bei 3,565 Millionen liegen. Die Zahl der Erwerbstätigen verringert sich 2010 auf im Schnitt 40,160 Millionen Personen und geht im kommenden Jahr dann auf 40,015 Millionen Personen zurück.

Weiter teilte das RWI mit, dass sich die Situation der öffentlichen Haushalte 2010 voraussichtlich weiter verschlechtern wird. Das Budgetdefizit des Staates werde auf 125 Milliarden Euro steigen. Das entspricht einer Defizitquote von 5,0 Prozent. 2011 könnte das Defizit auf rund 115 Milliarden Euro und damit die Defizitquote auf 4,6 Prozent zurückgefahren werden.

(DDP/top)