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Trend in Deutschland: RWI erhöht Prognose für Wirtschaftswachstum

Trend in Deutschland : RWI erhöht Prognose für Wirtschaftswachstum

Essen (RPO). Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen hat seine Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum deutlich angehoben. Für das laufende Jahr erwarten die Experten nun einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,9 Prozent, wie das RWI am Mittwoch mitteilte.

Im März waren die Forscher noch von 1,4 Prozent ausgegangen. Im vergangenen Jahr war die deutsche Wirtschaft um 5,0 Prozent eingebrochen, die stärkste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg.

Die Konjunktur in Deutschland habe sich im Frühjahr deutlich belebt. Getragen worden sei sie insbesondere von den Ausfuhren, die von dem unerwartet kräftigen Aufschwung des Welthandels sowie von der Abwertung des Euro profitierten. Die Inlandsnachfrage habe nur wenig zugenommen. Wieder ausgeweitet worden sei die Investitionstätigkeit. Die Ausrüstungsinvestitionen seien nach dem scharfen Einbruch im vergangenen Jahr zuletzt leicht gestiegen, und die Bautätigkeit sei durch das Konjunkturprogramm angeschoben worden.

Im zweiten Halbjahr bleiben nach Ansicht der Forscher die Ausfuhren die Triebfeder der Expansion. Daraus resultiere für 2011 ebenfalls eine etwas höhere Prognose von 1,7 Prozent. Allerdings würden sich die Auftriebskräfte voraussichtlich insgesamt abschwächen. Das Sparprogramm der Bundesregierung gefährde die wirtschaftliche Erholung nicht und sollte wie geplant ab dem nächsten Jahr umgesetzt werden.

Die Lage am Arbeitsmarkt dürfte sich nach Ansicht des RWI weiter verbessern. Vorerst werde die sinkende Arbeitslosigkeit wohl noch wesentlich durch eine steigende Beschäftigung getragen. Allerdings sei zu erwarten, dass sich dieser Beschäftigungsaufbau aufgrund der angespannten Finanzlage des Staates nicht fortsetzen werde. Zugleich würden die Industrieunternehmen wohl bestrebt sein, den vorhandenen Personalbestand effizienter zu nutzen, und deshalb kaum neue Arbeitsplätze schaffen. Daher dürfte die Zahl der Erwerbstätigen im Jahresverlauf 2011 kaum noch steigen.

(DDP/top)