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RWE-Supraleitungs-Teststrecke in Essen beginnt Probebetrieb

Verwirrung um RWE-Innovation : Supraleitungs-Teststrecke in Essen beginnt Probebetrieb

Die rund 13 Millionen Euro teure Teststrecke für Supraleitungskabel in Essens Innenstadt geht in den Probebetrieb. Danach wird die Auswertung der Ergebnisse beginnen.

Die rund 13 Millionen Euro teure Teststrecke für Supraleitungskabel in Essens Innenstadt geht in den Probebetrieb.
Danach wird die Auswertung der Ergebnisse beginnen.

"Darüberhinaus gehende Planungen gibt es nicht", betonte RWE-Konzernsprecher Sebastian Ackermann am Mittwoch. Er widersprach damit Angaben eines zuständigen Projektleisters, der auf der Hannover-Messe über weitere Ausbaupläne des Konzerns berichtet hatte. Die Teststrecke von einem Kilometer erfreue sich schon jetzt weltweit größten Interesses.

Nach Angaben von Joachim Bock, dem Vorstandsmitglied des Industrieverbands Supraleitung, sind die neuartigen Kabel reif für die industrielle Anwendung. Die Kosten der Leitungen, die dank aufwendiger Kühlung Strom weitgehend verlustfrei transportieren, hätten sich mittlerweile bereits halbiert. Obwohl auch im Ausland weiter an der neuen Technologie geforscht werde, sei Deutschland in Europa Spitzenreiter. Im Industrieverband Supraleitung sind etwa ein Dutzend Unternehmen in Deutschland organisiert.

Auch der Generaldirektor der auf Supraleitungskabel spezialisierten russischen SuperOX, Sergey Samoilenkow, sieht für die Technologie große Zukunftschancen. "Die Palette der industriellen Anwendung ist groß", sagte er bei dem Pressegespräche auf der Hannover Messe. Probleme bereiten jedoch noch die hohen Kosten bei der Kühlung. Die Dresdner Evico GmbH, die gemeinsam mit der schwäbischen Technologieschmiede Fest mögliche industrielle Anwendungen erforscht, konzentriert sich auf supraleitende Magnetlager. Sie sieht nach Angaben von Geschäftsführer Oliver de Haas auch bei der Nutzung des Magnetschwebe-Effekts mögliche Anwendungschancen.

(lnw)