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Essener Stromkonzern: RWE-Chef will bei Gehältern sparen

Essener Stromkonzern : RWE-Chef will bei Gehältern sparen

Der Verfall des Strompreises setzt dem zweitgrößten deutschen Energiekonzern weiter zu. 30 bis 40 Prozent der RWE-Kraftwerke ständen in den nächsten Jahren im roten Bereich, sagte RWE-Chef Peter Terium in einem Interview.

Terium sagte dem "Manager Magazin" weiter, wenn sich hier nichts ändere, werde es wirklich gefährlich. "Wir befinden uns in der größten Branchenkrise aller Zeiten." RWE habe Kraftwerke mit einer Kapazität von mehr als 10 000 Megawatt unter Beobachtung gestellt. Das entspricht einem Fünftel seiner Kapazität. Weitere Kostensenkungen seien "ein absolutes Muss". Dabei dürfe es keine Tabus geben. "Wir müssen auch an die Gehälter ran", sagte Terium.

Mit den Gewerkschaften arbeite man an sozialverträglichen Lösungen, um zu "marktkonformen Entgelten" zu kommen. Terium ist es seit Langem ein Dorn im Auge, dass etwa Buchhalter, Köche oder andere Dienstleister bei RWE nach dem hohen Energietarif bezahlt werden, während andere Branchen für gleiche Arbeit weniger zahlen. Entsprechend komplex sind die Gespräche, zumal RWE auch Tausende Stellen sozialverträglich abbauen will. Bis 2014 sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen.

2011 hatte der Konzern angekündigt, bis Ende 2014 knapp 8000 Stellen zu streichen beziehungsweise im Rahmen von Verkäufen abzugeben. Später wurde das Abbauprogramm erweitert: Darüber hinaus sollen konzernweit weitere 2400 Arbeitsplätze wegfallen oder verlagert werden. Der Großteil der Stellen ist noch nicht identifiziert. Im Braunkohle-Revier, wo alte Blöcke stillgelegt wurden, wurden die Mitarbeiter jüngst in Betriebsversammlungen über ihre Umsetzung informiert.

(RP)