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Pkw-Einfuhr könnte gestoppt werden: Russland droht Westen mit Gegensanktionen

Pkw-Einfuhr könnte gestoppt werden : Russland droht Westen mit Gegensanktionen

Der russische Präsident Wladimir Putin bereitet Vergeltungsmaßnahmen für den Fall neuer Wirtschaftssanktionen des Westens vor. "Es werden verschiedene Optionen vorbereitet", sagte Putins Sprecher Dimitri Peskow am Dienstag in Moskau.

Russland sei zwar kein Freund von Sanktionen und initiiere auch keine. "Aber für den Fall, dass unsere Partner ihre unkonstruktiven und sogar zerstörerischen Praktiken fortsetzen, werden zusätzliche Maßnahmen ausgearbeitet", sagte Peskow.

Das Ausmaß der Sanktionen hänge von den Schritten des Westens ab. Die russische Regierung erwägt, die Einfuhr westlicher Fahrzeuge teilweise oder vollständig zu stoppen, wie die Zeitung "Vedomosti" am Montag berichtet hatte. Der russische Pkw-Markt ist fast so groß wie der deutsche und galt lange Zeit als Hoffnungsträger in Europa.

Nach Verhängung eines Importverbots von Nahrungsmitteln aus dem Westen bemüht sich Russland um alternative Lieferwege. Künftig dürften aus Weißrussland und Kasachstan Lebensmittel eingeführt werden, die dort aus westlichen Rohstoffen gefertigt wurden, sagte Vize-Ministerpräsident Arkadi Dworkowitsch russischen Nachrichtenagenturen zufolge am Montag.

Einige Produkte, die bisher direkt nach Russland geliefert wurden, würde nun erst in den Nachbarstaaten verarbeitet. Weißrussland und Kasachstan könnten also von der gegenwärtigen Situation profitieren, sagte der Politiker.

Die Regierung in Moskau hat als Reaktion auf Sanktionen des Westens im Ukraine-Konflikt ein Einfuhrverbot für diverse Produkte verhängt, hat aber nun mit einem Anstieg der Lebensmittelpreise zu kämpfen. Seit dem 7. August sind für ein Jahr Importe von Fleisch, Fisch, Milchprodukten, Obst und Gemüse aus den USA, der EU, Kanada, Australien und Norwegen verboten. Zuvor war der russische Bedarf an Lebensmitteln wie Fisch, Milch, Rindfleisch und Käse zu rund 50 Prozent aus Einfuhren gedeckt worden.

Ministerpräsident Dmitri Medwedew sagte am Montag, er hoffe, das Einfuhrverbot werde nicht allzu lange bestehen bleiben. Mit Kasachstan und Weißrussland hatte die Moskauer Regierung unlängst eine Zollunion geschlossen, die den Handel zwischen den Nachbarstaaten ankurbeln soll.

(REU)