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Michail Prochorow steigt ein: Russischer Milliardär wird neuer Großaktionär von Uralkali

Michail Prochorow steigt ein : Russischer Milliardär wird neuer Großaktionär von Uralkali

Der russische Milliardär und ehemalige Präsidentschaftskandidat Michail Prochorow wird neuer Großaktionär des russischen Düngemittel-Riesen Uralkali. Prochorow habe den Anteil in Höhe von 21,75 Prozent des umstrittenen Milliardärs Suleiman Kerimow übernommen, teilte Prochorows Holding Onexim am Montag mit.

Die Einzelheiten des Geschäfts seien "vertraulich". Im Kalistreit zwischen Russland und Weißrussland hatte Minsk Haftbefehl gegen Kerimow erlassen. Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko gab zu verstehen, dass Kerimow das Haupthindernis bei der Lösung des Streits sei.

 ...an den ehemaligen Präsidentschaftskandidatn Michail Prochorow.
...an den ehemaligen Präsidentschaftskandidatn Michail Prochorow. Foto: dpa, Justin Lane

Uralkali hatte Ende Juli seine Zusammenarbeit mit dem weißrussischen Kaliunternehmen Belaruskali aufgekündigt. Die beiden Bergbauunternehmen hatten ihre Erzeugnisse bis dahin über das Gemeinschaftsunternehmen BPC exportiert. Minsk machte für diesen Strategiewechsel vor allem Kerimow verantwortlich. Die weißrussische Justiz nahm Uralkali-Chef Wladislaw Baumgertner in Minsk fest, als sich dieser auf Einladung der Regierung dort aufhielt.

Prochorows Holding nannte den Kauf der Uralkali-Beteiligung eine "langfristige Investition" in ein in der Branche einzigartiges Unternehmen. Die russische Wirtschaftszeitung "Wedomosti" berichtete, der Verkauf basiere auf einem Wert von umgerechnet 14,8 Milliarden Euro von Uralkali - Prochorow habe demnach rund 3,2 Milliarden Euro bezahlt.

Der Milliardär war im März 2012 einer von mehreren Gegenkandidaten von Präsident Wladimir Putin und kam mit sieben Prozent der Stimmen auf den dritten Platz. Er zog aber den Argwohn der Opposition auf sich, weil er sich Putin gegenüber ohne Biss zeigte. Es wurde gemutmaßt, dass er vom Kreml gesteuert einen Teil der Stimmen der Putin-Gegner binden und sie damit der Opposition entziehen sollte.

(AFP)