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Gestoppter Export: Rüstung ist immer Risiko

Gestoppter Export : Rüstung ist immer Risiko

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat die Auslieferung einer Panzer-Trainingsanlage des Düsseldorfer Konzerns Rheinmetall nach Russland gestoppt. Das ist richtig so. Damit muss die Branche leben.

Dass Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel in letzter Sekunde die Auslieferung einer Panzer-Trainingsanlage nach Russland stoppt, ist richtig. Was soll der Wirtschaftsminister denn sonst machen? Soll er etwa dulden, dass ein deutscher Konzern Rüstungsgerät an einen Staat liefert, der nach Auffassung der Bundesregierung die Kämpfe in der Ukraine unterstützt? Und das auch noch, während Deutschland zeitgleich in ganz Europa für scharfe Sanktionen gegen Russland wirbt?

Rheinmetall wird den Schaden verkraften. Das glauben auch die Investoren: An der Börse gab der Kurs der Aktie gestern um weniger als ein Prozent nach. Vielleicht erhält der Düsseldorfer Konzern ja sogar Schadenersatz.

Aber selbst wenn nicht: Mit dem Risiko, dass auch ein abgeschlossenes Rüstungsgeschäft noch platzen kann, muss in dieser Branche jeder Konzern leben. Nirgends wirken politische Rahmenbedingungen sich so stark auf einzelne Unternehmen aus wie in der Rüstung, und nirgends können sie sich so schnell verändern. Aber wenn ein Deal zustande kommt, profitieren die Rüstungsunternehmen dafür auch von sensationellen Gewinnspannen. Sie selbst nennt das "Risikoprämie". Manchmal ist das Risiko eben größer als die Prämie.